Alkohol senkt das Risiko

Bild: Ein Glas Rotwein

Drei Gläschen Wein die Woche
scheinen vor Rheumatoider Arthritis
zu schützen; © SXC

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Alkohol das Immunsystem des Menschen beeinträchtigt. Erst kürzlich konnte eine Untersuchung beweisen, dass Alkohol nützlich ist bei einer destruktiven Arthritis. Unter diesen Voraussetzungen könnte Alkohol auch bei einer Rheumatoiden Arthritis wirken, die ja eine Autoimmunkrankheit ist. Bislang waren die epidemiologischen Studien zu diesem Thema aber methodisch nicht immer einwandfrei und die Ergebnisse inkonsistent.

Jetzt haben sich schwedische Wissenschaftler des renommierten Karolinska Institutet aus Stockholm dieser Frage angenommen. Sie untersuchten im einem bestimmten Gebiet Schwedens alle Personen, die an einer Rheumatoiden Arthritis (RA) erkrankt waren und verglichen sie mit gesunden Kontrollpersonen. Alle 1.204 Kranken im Alter zwischen 18 und 70 Jahren sowie die 871 Kontrollpersonen füllten Fragebogen zu ihren Lebensgewohnheiten aus. Abgefragt wurde dabei unter anderem auch der Alkoholkonsum. Die Studie wurde beim Jahreskongress der „European League Against Rheumatism (EULAR)“ vorgestellt.

Beim Abgleich der Daten zeigte sich: Wer mindestens drei Alkoholeinheiten pro Woche trinkt, senkt das Risiko einer RA um die Hälfte. Eine Alkoholeinheit entspricht etwa einer Flasche Bier oder einem Glas Wein. Noch besser war der protektive Effekt bei mindestens zehn Alkoholeinheiten pro Woche.

Für Prof. Dr. Tore Kvien, Präsident der EULAR, sind dies sehr ermutigende Daten. Nun müssten weitere Studien zeigen, ob diese Ergebnisse belastbar sind, sagte er beim Kongress. Sollte dies so sein, ergäben sich damit interessante Möglichkeiten der Prophylaxe und der Therapie einer Rheumatoiden Arthritis.

Zugleich mahnt der Präsident jedoch, die vorliegenden Daten mit gebotener Zurückhaltung zu interpretieren. Immerhin sind die schädlichen Auswirkungen des Alkohols auf den menschlichen Körper hinlänglich bekannt.

MEDICA.de; Quelle: European League Against Rheumatism (EULAR) Jahreskongress 2007, abstract OPO129