Schlaganfälle sind die dritt häufigste Todesursache weltweit und der wichtigste Grund für Behinderungen. In China steht der Schlaganfall sogar an Platz 1 der Todesursachen bei Männern. Man weiß, dass starker Alkoholmissbrauch das Risiko eines Schlaganfalls erhöhen kann. Die Rolle eines mäßigen Alkoholkonsums für das Schlaganfallrisiko ist jedoch weit weniger gut erforscht. Im Reich der Mitte scheint der Alkoholmissbrauch weit verbreitet zu sein. Die Alkoholproduktion pro Kopf hat sich in diesem Land seit 1952 verfünfzigfacht.

In einer prospektiven chinesischen Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Lydia Bazzano sollte nun aufgezeigt werden, ob es einen Zusammenhang zwischen der Menge des aufgenommnen Alkohols und dem Risiko eines Schlaganfalls gibt. Diese Studie fand im Rahmen der „China National Hypertension Study“ statt, an der in 17 Provinzen des Landes 64.338 Männer im Alter über 40 Jahre teilnahmen. Alle wurden zu Beginn der Studie gebeten, in einem Fragebogen unter anderem Auskunft über ihren Alkoholkonsum zu geben. Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug acht Jahre.

3.434 Schlaganfälle und 1.848 Todesfälle in Folge eines Schlaganfalls wurden während des Follow-Up beobachtet. Ein Abgleich mit den Alkoholgewohnheiten zeigte einen klaren Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum: Wer einen bis zu sechs Drinks Alkohol pro Woche konsumiert, hat ein leicht erniedrigtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Ab 21 bis 34 Drinks pro Woche steigt das Risiko dann deutlich um 22 Prozent. Das Risiko, an einem Schlaganfall zu sterben, ist sogar 30 Prozent höher. Wer mehr als 35 Drinks pro Woche konsumiert, kann dieses Risiko dann nicht mehr wesentlich steigern.

Vor diesem Hintergrund warnen die Wissenschaftler, dass bereits mäßiges, aber regelmäßiges Trinken von Alkohol das Schlaganfallrisiko erhöht.

MEDICA.de; Quelle: Annals of Neurology 2007, Vol. 62, S. 569-578