Allergene Wirkung einzelner Proteine nachgewiesen

Foto: Aspergillus versicolor

Schimmelpilze findet man an
Wänden und im Hausstaub
© André Künzelmann, UFZ

Inwiefern dieser Pilz konkret an allergischen Beschwerden beteiligt ist, hat das Team um Dr. Martin von Bergen am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung untersucht. Es galt zu ergründen, welche Eiweiße des Pilzes als Allergene wirken. Aus dieser Aussage konnte ein Messverfahren entwickelt und zum Patent angemeldet werden, das anzeigt, ob bei einem ganz bestimmten Menschen eine Aspergillus- versicolor-Überempfindlichkeit vorliegt, weil dessen Blutserum auf die Proteine des Pilzes reagiert.

Zunächst wurden im Labor Kulturen des Pilzes Aspergillus versicolor angelegt und die Sporen gewonnen. Diese wurden in einzelne Eiweiße zerlegt und mit verschiedenen Methoden als "Strichcode" sowie verfeinert als Spots auf einem Gel aufgetrennt und auf eine festere Membran übertragen. Um sagen zu können, welche Proteine allergen wirken, wurde das Blutserum von Allergikern auf die Proteinspots gegeben. Dabei binden die Antikörper, die durch eine Allergie gebildet werden, an die allergenen Proteine. Diese Bindung wird mit weiteren Antikörpern nachgewiesen und einem Enzym optisch sichtbar gemacht.

Doch welche Eiweiße sind es konkret, die dem Allergiker zu schaffen machten? Die Biochemiker greifen wieder zu den von Antikörpern und Farbstoffen unberührten Eiweißen. Da die Forscher inzwischen wissen, wo die Gefährlichen platziert sind, stanzten sie die Spots dort punktgenau aus. Die winzige Proteinmenge, die sich in dem stecknadelkopfgroßen Stück Gel verbirgt, wird in noch kleinere Einheiten, die Peptide, zerlegt. Die werden in einem Massenspektrometer vermessen und die Gesamtheit der Peptide wie ein Fingerabdruck mit einer Datenbank abgeglichen. So gelang den Biochemikern die Identifizierung der sieben wichtigsten Allergene aus den Sporen von Aspergillus versicolor.

Allerdings ist der nächste Schritt noch nicht getan - und der heißt spezifische Immuntherapie gegen spezifische Schimmelpilze.

MEDICA.de; Quelle: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung