Professor Dr. Johannes Schröder, Leiter der Sektion Gerontopsychiatrische Forschung am Zentrum für Psychosoziale Medizin der Universitätsklinik Heidelberg, und Professor Dr. Tobias Hartmann vom Institut für Neurobiologie und Neurodegeneration der Universität des Saarlands werden für ihre grundlegenden Arbeiten zu frühen Stadien der Erkrankung und der Rolle des Fettstoffwechsels bei der Alzheimer Krankheit gewürdigt. Beide Preisträger arbeiten seit Jahren erfolgreich zusammen.

Professor Dr. Johannes Schröder und seine Gruppe untersuchten über 12 Jahre die Häufigkeit und Entwicklung der leichten kognitiven Beeinträchtigung, die im Vorstadium der Krankheit auftritt. Diese im Alter auftretende Störung muss zwar nicht zwangsläufig zur Alzheimer Demenz führen, aber Schröder konnte in seiner kürzlich abgeschlossenen dritten Untersuchungswelle zeigen, dass Patienten mit diesen Symptomen häufiger erkranken als eine kognitiv gesunde Vergleichsgruppe. Eine leichte kognitive Beeinträchtigung tritt als Risikofaktor für eine Alzheimer Demenz zwar schon bei den "jungen Alten" vergleichsweise häufig auf, muss aber nicht unbedingt zu einer Erkrankung führen.

Der Preisträger Professor Dr. Tobias Hartmann hat die Rolle der so genannten amyloiden Eiweißstoffe untersucht, die als auffällige Ablagerungen (Plaques) im Gehirn ein typisches Zeichen der Alzheimer Krankheit sind. Dabei handelt es sich um die Entgleisung eines Prozesses, der eigentlich den Cholesterinspiegel im Körper senken soll: Je mehr Cholesterin im Blut, desto mehr Amyloid wird im Körper produziert, um den Spiegel zu senken. Unter bestimmten Umständen "verklumpen" die normalerweise regulierenden Eiweiße und lagern sich als Plaques im Gehirn ab. Mit erhöhtem Cholesterinspiegel steigt daher das Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Neue Ansätze für eine Therapie zielen auf diesen Mechanismus.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg