Sport und leichter bis mäßiger Alkoholkonsum senken das kardiovaskuläre Risiko und die Gesamtmortalität. Dies liegt wahrscheinlich am positiven Einfluss auf die Lipoproteine, auf Entzündungen und Gefäßendothelien. Es ist aber immer noch unklar, wie stark dieser Effekt ist.

Eine interessante Frage, zu der jetzt eine dänische Studie Daten liefert, die „Copenhagen City Heart Study“. 11.914 dänische Männer und Frauen im Alter über 20 Jahre nahmen daran teil. Keiner hatte zu Beginn der Studie Anzeichen einer kardiovaskulären Erkrankung. Zu Beginn und während der Studie beantworteten die Probanden ausführlich Fragen unter anderem zu ihrer Gesundheit, sportlichen Aktivitäten und Alkoholgenuss. In Bezug auf die sportlichen Aktivitäten teilte man alle Probanden dann in eine von jeweils drei Gruppen: ohne Sport, gemäßigt oder intensiv Sport treibend; alkoholabstinent, gemäßigt oder stark trinkend.

Während des 20-jährigen Nachbeobachtungszeitraums traten 1.242 Fälle einer tödlichen ischämischen Herzerkrankung auf. Insgesamt starben 5.901 Patienten. Dabei zeigte sich ein klarer Zusammenhang mit der sportlichen Aktivität der Probanden und ihrem Alkoholkonsum: Im Vergleich mit unsportlichen Menschen hatten Männer, die mäßig Sport trieben, ein relatives Risiko für tödliche ischämische Herzerkrankungen von 0,67, bei starkem Sport von 0,71. Dieselben relativen Risiken bei Frauen: 0,79 und 0,73. Die Gesamtmortalität sinkt bei Männern mit mäßiger sportlicher Aktivität auf 0,79, bei intensivem Sport auf 0,73; Frauen: 0,74 und 0,75.

Etwas andere Zahlen in Bezug auf den Alkoholkonsum: Männer, die mäßig trinken, senken ihr Risiko einer tödlichen ischämischen Herzerkrankung auf 0,77, bei starkem Alkoholkonsum auf 0,79; Frauen: 0,72 und 0,65. Die Gesamtmortalität sinkt jedoch nur bei mäßigem Alkoholkonsum: bei Männern auf 0,87 (1,05 bei starkem Alkoholkonsum) und bei Frauen auf 0,93 (1,03 bei starkem Alkoholkonsum).

MEDICA.de; Quelle: European Heart Journal 2008, DOI:10.1093/eurheartj/ehm574