Es gibt wachsende Hinweise darauf, dass bestimmte Dinge im Leben einer Person das Risiko, an einer Schizophrenie zu erkranken, positiv oder negativ beeinflussen. In jüngster Zeit wurde besonders das Alter der Eltern bei der Konzeption in Augenschein genommen. Man weiß, dass vorgerücktes Alter der Eltern bestimmte Erkrankungen wie Neoplasien und die Achondroplasie begünstigt. Wahrscheinlich treten bei älteren Spermienzellen häufiger Mutationen auf.

Auf der Basis einer großen schwedischen Datenbank wurde nun der Zusammenhang zwischen dem Alter der Eltern bei der Zeugung und der Wahrscheinlichkeit einer Schizophrenie beim Kind untersucht. Die Datenbasis umfasste 754.330 Personen, die zwischen 1973 und 1980 in Schweden geboren wurden und im Alter von 16 Jahren noch am Leben waren.

Alle Personen wurden nach ihrem 16. Geburtstag durchschnittlich neun Jahre lang nachverfolgt. Während dieser Periode wurden 639 Personen (0.09 Prozent) mit der Diagnose einer Schizophrenie stationär behandelt.

Der Vergleich dieser Daten mit dem Alter der Eltern bei der Zeugung des Kindes zeigte einen klaren positiven Zusammenhang: 15,5 Prozent aller Fälle von Schizophrenie könnten darauf zurückzuführen sein, dass der Vater bei der Zeugung des Kindes über 30 Jahre alt war. Besonders stark war dieser Zusammenhang bei jenen Familien, die keine Familienanamnese in Bezug auf Schizophrenien hatten.

Diese positive Korrelation ist unabhängig von soziodemographischen und geburtsbedingten Faktoren. Auch der Todeszeitpunkt der Eltern in Bezug auf das Lebensalter des Kindes spielt beim Schizophrenierisiko keine Rolle.

In England und Wales ist das Durchschnittsalter der Eltern zum Zeitpunkt der Zeugung von 29,2 Jahren im Jahre 1980 auf 32,1 Jahre im Jahre 2002 angestiegen. Dies würde bedeuten, dass 710 der 6.633 neu aufgetretenen Fälle von Schizophrenie in Großbritannien im Jahre 2002 auf das "hohe" Alter der Eltern zurückzuführen sind.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2004, Vol. 329, S. 1070