Alte Menschen profitieren besonders von Neuerungen

Vor allem ältere Menschen
profitieren von der Herzchirurgie
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"Aufgrund neuester Daten aus der herzchirurgischen Qualitätssicherung zeigt sich, dass biologische Herzklappen, die als Aortenklappenersatz eingesetzt werden, eine Funktionstüchtigkeit von bis zu 20 Jahren haben. Damit stellen sie für Patienten etwa vom 70. Lebensjahr an den idealen Herzklappenersatz dar", sagte Prof. Dr. Arno Krian, Herzchirurg am Herzzentrum Duisburg, auf der Tagung.

Bis zu fünf Prozent der über 75jährigen leiden unter einer mittelgradigen bis schweren Aortenklappenstenose, die durch eine Verengung der Herzklappe den Blutausstrom aus der Herzkammer in die Aorta behindert. "Es konnte gezeigt werden, dass durch den Einsatz von Statinen schon sehr früh in das Krankheitsgeschehen eingegriffen werden kann, sodass es gar nicht erst zu einer vollen Ausbildung einer Stenose kommt", so Krian. "Mittlerweile hat sich gezeigt, dass Statine auch einen anti-entzündlichen Effekt haben, und genau dieser dürfte für die deutlichen Behandlungserfolge bei der Aortenstenose verantwortlich sein."

Neuerungen gäbe es auch in der Klappenchirurgie: Künstliche Herzklappen könnten heute über spezielle Katheter, und damit unter Vermeidung der offenen Herzchirurgie eingesetzt werden. " Die bisherigen Ergebnisse geben Anlass zur Hoffnung, dass man hier auf dem Weg zu einer schonenderen Eingriffsmöglichkeit ist, als dies bislang möglich war", sagte Krian.

Immer mehr Erfolge würden mittlerweile aber auch mit der herkömmlichen herzchirurgischen Intervention verzeichnet, und dies vor allem bei der Gruppe der älteren Patienten. "Trotz der grundsätzlich größeren Gefahren, die ein solcher Eingriff für sie birgt, zeigt sich, dass es bei ihnen zu keiner Zunahme des generellen Operationsrisikos mehr kommt", erklärt Krian.

"Zurückzuführen ist diese erfreuliche Entwicklung in erster Linie auf die Verbesserung der Narkose- und Herz-Lungen-Maschinentechnik und der postoperativen herzchirurgischen Intensivmedizin", so Krian.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung