Alternative zu Herzkathetern

Foto: Untersuchung im CT

Die Untersuchung im CT soll ange-
nehmer und schmerzärmer sein;
© NCI Visuals Online

Für viele Patienten ist das eine gute Nachricht, denn die herkömmliche Untersuchung, bei der ein dünner Schlauch durch eine Arterie von der Leiste bis in Herz geschoben wird, erzeugt oft beträchtliches Unbehagen. "Wir haben festgestellt, dass sich behandlungsbedürftige Verengungen im CT ähnlich exakt erkennen lassen, wie mit dem Herzkatheter", resümiert Studienkoordinator Doktor Marc Dewey vom Institut für Radiologie am Campus Mitte der Charité - Universitätsmedizin Berlin. Diese Verengungen, auch als koronare Herzkrankheit bekannt, sind in Amerika und Mitteleuropa die Todesursache Nummer eins.

Bei der CT rechnet ein Computer aus verschiedenen Richtungen aufgenommene Röntgenaufnahmen zu einem dreidimensionalen Bild zusammen. Um das zu ermöglichen, wird den Patienten vorher ein Röntgen-Kontrastmittel gespritzt. Bei herkömmlichen CT-Geräten ist die Strahlenbelastung dabei relativ hoch. Das Team von der Charité erzielte seine Ergebnisse jedoch mit einem modernen 320-Schicht-CT. Dieses grenzt den zu untersuchenden Bereich exakter ein und vermeidet überlappende Aufnahmen. Dadurch wird die Strahlenbelastung um bis zu 75 Prozent reduziert.

Zwischen März und Oktober 2008 wurden insgesamt 30 Patienten mit Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit untersucht und die Ergebnisse beider Methoden verglichen. "Die Patienten in der Studie empfanden die Computertomographie als angenehmer und schmerzärmer", berichtet Dewey.

Sie dauerte außerdem nur gut zwanzig Minuten, während die Herzkatheter-Untersuchung bis zu einer Stunde in Anspruch nahm. Bei vergleichbarer Genauigkeit bestehen daher große Vorteile in der Diagnose mit den modernen CT. Um die bisherigen Ergebnisse zu untermauern, plant das Institut für Radiologie gemeinsam mit Universitätskliniken in den USA, Japan, Brasilien und Kanada eine mehrjährige Anschlussstudie mit mehr als 400 Patienten.

MEDICA.de; Quelle: Charité-Universitätsmedizin Berlin