Alternativen zur Darmspiegelung

Viele Menschen tabuisieren entweder das Thema oder sie haben Angst vor einer Darmspiegelung (Koloskopie). Dabei gibt es heute neue alternative Diagnosemethoden, mit denen eine nicht-invasive Früherkennung durchgeführt werden kann.

Die Münchner Darmkrebs-Vorsorgestudie kann erstmalig im europäischen Raum zeigen, dass die so genannte CT-gestützte "virtuelle Koloskopie" eine der echten Darmspiegelung vergleichbare Genauigkeit erreicht. Die Ergebnisse dieser Studie finden internationale Beachtung und können als wegbereitend für den Einsatz innovativer Screeningmethoden in Deutschland angesehen werden.

In der "Münchner Darmkrebsstudie" sind verschiedene Verfahren zur Darmkrebsvorsorge bezüglich ihrer Aussagekraft und Anwendungsgebiete getestet worden. Verglichen wurden die CT-Kolonographie, die klassische Koloskopie, die Sigmoidoskopie, der Haemoccult-Test (FOBT) und der immunologische Stuhl-Bluttest (FIT) bei asymptomatisch Gesunden mit einem Lebensalter von 50 Jahren und mehr. Dabei wurden Personen, die bereits eine familiäre Belastung für Darmkrebs oder erblichen Darmkrebs vorweisen konnten, nicht mit einbezogen.

Insgesamt nahmen 307 Personen (139 Frauen, 168 Männer) an der Studie am Klinikum der Universität München (LMU) teil. Das mittlere Alter lag bei 60,5 Jahren. Als Endpunkte der Studie wurden sowohl eine patientenbezogene wie auch eine polypenbezogene Sensitivität für Adenome größer oder gleich sechs Millimeter und größer oder gleich zehn Millimeter festgelegt. Zudem wurde auch die Sensitivität für fortgeschrittene Kolonneoplasien gewertet.

Die Koloskopie und die virtuelle CT-Kolonographie haben eine vergleichbare Sensitivität in der Erkennung von fortgeschrittenen Kolonneoplasien und Adenomen. Die Sigmoidoskopie kann im Falle einer Ablehnung der Koloskopie nur mit Einschränkung als Alternative mit reduzierter Darmvorbereitung angeboten werden. Die Stuhltests sind allgemein weniger empfindlich für Adenome. Generell wäre aufgrund der erzielten Ergebnisse bei der Münchner Darmkrebs-Vorsorgestudie eine Modifikation der Screening-Richtlinien denkbar.

MEDICA.de; Quelle: Klinikum der Universität München