Altersangepasste Herzinfarkt-Therapie

29/09/2016

Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben eine neue Herzinfarkt-Therapie auf den Weg gebracht, die sich insbesondere für ältere Patienten eignet: Das Team um Prof. Thomas Thum und Shashi K. Gupta vom MHH-Institut für Molekulare und Translationale Therapiestrategien fand heraus, dass es zwei positive Effekte hat, wenn eine bestimmte Ribonukleinsäurekette (MicroRNA 22) gehemmt wird.

Bild: Zwei Männer sitzen im Labor; Copyright: MHH/Kaiser

Das Team um Professor Dr. Thomas Thum und Shashi K. Gupta fand heraus, dass es zwei positive Effekte hat, wenn eine bestimmte Ribonukleinsäurekette (MicroRNA 22) gehemmt wird; © MHH/Kaiser

Zum einen wird dadurch krankhaftes Herzwachstum gestoppt und somit Herzschwäche verhindert und zum andern erleichtert dies die zelleigene Müllabfuhr, indem Abfallprodukte leichter abgebaut und abtransportiert werden. Dies bewiesen die Wissenschaftler anhand von Zell- und Mausversuchen. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse im Journal of the American College of Cardiology.

"Diese Effekte zeigen sich insbesondere bei älteren Mäusen, da sie viel mehr MicroRNA 22 im Herzgewebe haben als jüngere Mäuse", sagt Professor Dr. Dr. Thomas Thum. Die Forscher haben auch in menschlichem Herzmuskelgewebe diese altersabhängige Verteilung von MicroRNA 22 gefunden. Somit haben sie den Grundstein gelegt für eine altersangepasste Herzinfarkt-Therapie. Sie soll künftig weiterentwickelt werden, bis sie am Patienten angewendet werden kann.

MicroRNAs sind kurze Ribonukleinsäureketten. Sie wirken zumeist auf ein ganzes Netzwerk von Genen und steuern darüber die Entwicklung, Vermehrung und Funktion von Zellen. Das Institut für Molekulare und Translationale Therapiestrategien ist an der MHH in das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum Transplantation (IFB-Tx) und in den Exzellenzcluster REBIRTH eingebunden.

MEDICA.de; Quelle: Medizinische Hochschule Hannover
Mehr über die Medizinische Hochschule Hannover unter: www.mh-hannover.de