Vom so genannten "Tennisellenbogen" sind nicht nur Tennisspieler betroffen. Diese Reizung des Bewegungsapparates am Ellenbogen plagt ein bis drei Prozent der Normalbevölkerung. Sogar 15 Prozent aller Industriearbeiter, die in Berufen mit einer starken Beanspruchung der Ellenbogengelenke arbeiten, haben diesbezüglich Probleme. Leider gibt es keine Behandlungstherapie, deren Nutzen mit harten Daten nachgewiesen wurde. Kürzlich haben Studien angedeutet, dass Kortikoid-Injektionen helfen könnten, zumindest kurzfristig.

Mit 198 betroffenen Patienten im Alter zwischen 18 und 65 Jahren hat man dies nun genauer untersucht. Alle litten seit mindestens sechs Monaten an einem sicher nachweisbaren "Tennisellenbogen". In dieser Zeit hatten sie noch keinerlei ärztliche Hilfe in Anspruch genommen.

Randomisiert wurden sie einer von drei Gruppen zugeteilt. Über einen Zeitraum von insgesamt 52 Wochen erhielten sie entweder acht Sitzungen Physiotherapie, Kortikoid-Injektionen oder keinerlei Behandlung, das heißt man beobachtete die Entwicklung der Beschwerden lediglich (wait-and-see).

Sechs Wochen nach Studienbeginn hatten sich die Beschwerden unter den Kortikoid-Injektionen deutlich stärker gebessert als unter Physiotherapie oder dem bloßen Abwarten. Allerdings war dieser Erfolg nicht von Dauer. Bei 47 der 65 Patienten unter Injektionen erschienen die Beschwerden nach 52 Wochen fast noch schlimmer als in der Gruppe der physiotherapeutisch Behandelten. Physiotherapie wiederum war der „wait-and-see“-Strategie nach sechs Wochen deutlich überlegen. Nach 52 Wochen jedoch hatten sich diese Vorteile egalisiert. Ein Jahr nach Studienbeginn hatten nämlich die meisten der Patienten kaum noch Beschwerden. Allerdings benötigten die Patienten unter Physiotherapie weniger Schmerzmittel.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2006, Vol. 333, S. 939