Durch die weite Verbreitung des prostataspezifischen Antigen(PSA)-Screenings entdecken Ärzte immer mehr Prostatakarzinome bei Männern. Allerdings sind viele dieser Karzinome in einem sehr frühen Stadium und wachsen nur langsam. Daher ist noch nicht geklärt, wie man solche Karzinome am besten behandelt.

Verbessert wird die Situation nun durch eine neue Studie. Darin untersuchte man die Gesamt-Mortalität von Patienten mit einem Prostatakarzinom in Abhängigkeit von Radiotherapie beziehungsweise Prostatektomie und dem bloßen Abwarten. Alle Prostatakarzinome waren schwach oder mittel stark aggressiv.

44.630 Männer zwischen 65 und 80 Jahren nahmen daran teil. Alle hatten nach der Diagnose ihres Prostatakarzinoms in den Jahren 1991 bis 1998 noch mindestens ein Jahr überlebt. Die Männer wurden bis zu ihrem Tod beziehungsweise dem Ende der Studie zum Jahresende 2002 nachverfolgt. 32.022 dieser Männer waren wegen ihres schwach oder mittel stark aggressiven Karzinoms behandelt worden: und zwar mit einer Prostatektomie oder radiologisch innerhalb der ersten sechs Monate nach Diagnose. 12.608 Patienten wählten die Option einer reinen Beobachtung.

Während des Nachbeobachtungszeitraums von durchschnittlich zwölf Jahren waren 4.663 Männer (37 Prozent) in der Beobachtungsgruppe und 7.639 Männer (23 Prozent) in der Behandlungsgruppe verstorben. Die Fünf- und Zehn-Jahres-Überlebensraten waren für die Männer in der Behandlungsgruppe deutlich höher. Nachdem man verschiedene Störfaktoren wie Tumorstadium und demographische Parameter herausgerechnet hatte, zeigte sich für die behandelten Patienten ein deutlicher Überlebensvorteil von 31 Prozent.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American Medical Association 2006, Vol. 296, S. 2683-2693