Am häufigsten trifft es junge Männer

Aus Spiel wird Ernst
© Hemera

Die Wissenschaftler der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg stellten fest, dass sich rund zwei Millionen Deutsche jedes Jahr beim Sportreiben verletzen. Die Folgen sind im Vergleich aber weniger gravierend als bei Menschen, die bei der Arbeit oder im Straßenverkehr einen Unfall erleiden. Nur zwei von zehn Sportlern bleiben nach einer Verletzung länger als zwei Wochen zu Hause.

„Bei 60 Prozent der Sportverletzungen handelt es sich um Verstauchungen, Gelenkluxationen und Bänderrisse, die in der Regel gut zu behandeln sind und schnell abheilen“, erklärt Privatdozent Dr. Holger Schmitt, Leiter der Sportorthopädischen Ambulanz an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. Am zweithäufigsten sind Knochenbrüche (18 Prozent).

Ein Fazit der Studie ist: Vorbeugende Maßnahmen gegen Sportverletzungen sollten sich auf die besonders gefährdete Gruppe der jungen Männer konzentrieren. „Junge Männer betreiben vor allem aggressive Ball- oder Kampfsportarten, in denen man sich im Zweikampf - absichtlich oder unbeabsichtigt - besonders leicht verletzt. Jeder sechste jüngere Sportler zieht sich einmal im Jahr eine Sportverletzung zu, dagegen sind es nur fünf Prozent bei den über Fünfzigjährigen“, berichtet Dr. Sven Schneider, Medizinsoziologe an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg.

Frauen aller Altersgruppen haben im Vergleich dazu ein um 75 Prozent geringeres Verletzungsrisiko. Die Studie räumt auch mit dem Vorurteil auf, dass Menschen, die nur selten sportlich aktiv sind, besonders gefährdet sind. „Die Angst, dass man sich als Untrainierter eher verletzen kann, ist nach den Erkenntnissen unserer Studie nicht begründet. Es spricht also nichts gegen einen Einstieg im höheren Alter,“ so Schneider.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg