Die Fragen, ob es zwischen der ambulanten und stationären onkologischen Rehabilitation Unterschiede hinsichtlich Leistungserbringung und Wirksamkeit gibt, wurde nun in einer retrospektiven Studie untersucht. Diese war Teil eines Projektes zur Evaluation ambulanter onkologischer Rehabilitationsmaßnahmen.

Anhand eines differenzierten Auswertungsschemas analysierten die Studienleiter medizinische Entlassungsberichte von 88 ambulant und 151 stationär behandelten Patienten, die ihre Rehabilitation als Anschlussrehabilitation durchgeführt hatten. Die stationäre Vergleichsstichprobe wurde nach Alter, Geschlecht und Diagnoseverteilung der ambulanten Patienten parallelisiert. Erfolgreich war die Rehabilitation gemäß Definition dann, wenn die zu Beginn der Maßnahme definierten Rehabilitationsziele nach dem Urteil der behandelnden Ärzte erreicht worden waren.

Krebspatienten, die stationär rehabilitiert werden, leiden häufiger unter weiteren chronischen Erkrankungen wie Hypertonie oder Diabetes. Durch die Krebserkrankung sind die ambulanten Patienten stärker körperlich, die stationären häufiger psychisch belastet. Ambulante Patienten haben während der Rehabilitation signifikant häufiger aktive Maßnahmen wie Physiotherapie oder Sport- und Bewegungstherapie erhalten, stationäre Patienten wurden signifikant häufiger mit Massagen, Thermo-, Hydro- oder Balneotherapie behandelt.

Systematische Zusammenhänge zwischen Funktionsstörungen und therapeutischen Leistungen konnten kaum nachgewiesen werden. Am Ende der Rehabilitation hat aus ärztlicher Sicht die Mehrzahl der Patienten in beiden Gruppen ihre Ziele erreicht, wobei sie vor allem in körperlicher Hinsicht von der Maßnahme profitieren.

Die Daten deuten darauf hin, dass ambulante onkologische Rehabilitationsangebote für Teilgruppen von Patienten eine adäquate Alternative zu stationären Maßnahmen darstellen.

MEDICA.de; Quelle: Phys Rehab Kur Med 2008, Vol. 18, S. 59-68