Glutamin ist eine essentielle Aminosäure, die mit der Nahrung aufgenommen wird. In einer doppel-blinden, prospektiven und randomisierten Studie haben Chirurgen der University of Saskatchewan in Saskatoon, Saskatchewan, Kanada, zwischen Oktober 2002 und April 2003 insgesamt 69 Patienten elektiv operiert und innerhalb von acht Stunden nach der Operation mit 0,3g/kg Körpergewicht Alanyl-Glutamin behandelt. Innerhalb von 72 Stunden nach der Operation untersuchten sie zudem Parameter des oxidativen Stresses.

Die Studie zeigte, dass die Gabe von Alanyl-Glutamin die Glutamin-Spiegel im Blut deutlich anhebt. Zugleich steigt auch der Spiegel körpereigener Antioxidantien, zumindest innerhalb von 72 Stunden. Die körpereigene Oxidantien-Produktion dagegen sinkt.

Glutamin ist ein Präkursor des Glutamats und erleichtert die Synthese von Glutathion. Glutathion ist ein potentes Antioxidant und damit äußerst hilfreich, um den körperlichen Stress nach einer Operation abzumildern. Bei elektiven Operationen verliert der Körper bis zu 40 Prozent seiner Glutamin-Vorräte, was den oxidativen Stress des chirurgischen Eingriffes verstärkt.

Alle Studien zum Einsatz von Nahrungssupplementen nach einer Operation hatten Glutamin bislang nur in Kombination mit anderen Mikronährstoffen verabreicht. Die vorliegende Studie ist nach Angaben der Studienautoren die erste, die nachweist, dass Glutamin auch unabhängig von anderen Nährstoffen eine positive Wirkung hat.

Als Folge dieser Untersuchung wollen die Chirurgen in ihrem Krankenhaus nun bei jeder allgemeinchirurgischen aber auch orthopädischen Operation Glutamin verabreichen. Nun soll geprüft werden, ob es besser ist, diese Aminosäure unmittelbar nach der Operation oder besser kurz davor zu geben.

MEDICA.de; Quelle: American College of Surgeons (ACS) 91st Annual Clinical Congress