An der Immunkontrolle vorbei

Forschungsergebnisse der letzten Jahre unterstreichen die schützende Funktion des Immunsystems gegen die Entstehung und das Wachstum eines Basalzellkarzinoms. Wissenschaftler der Heinrich-Heine-Universität unter Leitung von Prof. Dr. Bernhard Homey haben einen neuen Mechanismus beschrieben, wie der Tumor dem Immunsystem "entkommt" – die Tumor-Immune- Escape.

Das Forscherteam konnte zeigen, dass ein bestimmter Botenstoff, genannt CCL27, in bösartig veränderten Hautzellen herunter reguliert oder abgeschaltet wird. In Vorarbeiten hatten die Wissenschaftler die Rolle dieses Botenstoffes für die Rekrutierung von T-Lymphoyzten in die Haut und für die Ausbildung von Allergien und Autoimmunkrankheiten bereits nachgewiesen.

In der Studie beschreiben die Autoren, dass die Neutralisation dieses wichtigen Botenstoffes zu einer eingeschränkten Immunkontrolle und somit zu verstärktem Tumorwachstum führt. Diese Forschungsergebnisse verdeutlichen erstmals, dass der fortschreitende Verlust des Botenstoffs CCL27 eine bedeutende Rolle in der Hautkrebsentstehung spielt. „Diese Erkenntnis“, so Prof. Dr. Bernhard Homey von der Universitäts-Hautklinik in Düsseldorf, „eröffnet neue Ansätze für die Entwicklung von Tumorimmuntherapien, die die Tumorabwehr durch das Immunsystems aktivieren sollen.“

MEDICA.de; Quelle: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf