Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln fügen ihren Produkten oft Lutein und Zeaxanthin bei. Doch bislang gab es keinen biochemischen Beweis dafür, dass diese Substanzen tatsächlich die Augen schützen, obwohl einige Untersuchungen vorliegen, die auf einen solchen protektiven Nutzen hindeuten.

Die menschliche Augenlinse ist mit verschiedenen Verteidigungsmechanismen ausgestattet, die gegen ultraviolette Strahlung und oxidativen Stress schützen sollen. Zusätzlich zu protektiven Enzymen und Substanzen wie Vitamin C und E könnten auch geringe Mengen an Lutein und Zeaxanthin dazu beitragen. Beide Wirkstoffe kommen in grünen Pflanzen wie zum Beispiel Grünkohl und Spinat vor.

Die Wissenschaftler unternahmen verschiedene Labortests, in denen sie Zellen humaner Augenlinsen mit variierenden Konzentrationen von Lutein und Zeaxanthin oder Vitamin E behandelten. Eine Reihe unbehandelter Zellen diente als Kontrollgruppe. Danach setzten sie diese Zellen zehn Sekunden lang ultravioletten Beta-Strahlen (UVB) aus. UVB ist vermutlich eine der Hauptursachen für Hautkrebs und Katarakte, neben Umwelt- und Lebensstilfaktoren sowie genetischen Einflüssen. Die eingesetzte UVB-Dosis entspricht in etwa jener, die ausreicht, um einen Menschen leicht zu bräunen.

Vitamin E senkte die Zeichen eines Schadens an den eingesetzten Zellen um 25 bis 32 Prozent. Lutein und Zeaxanthin dagegen um 50 bis 60 Prozent. Und: Diese beiden Substanzen wirken in weit geringerer Dosierung als Vitamin E. Man muss lediglich ein Zehntel der Vitamin E-Dosis an Lutein und Zeaxanthin einsetzen, um tatsächlich einen besseren Effekt als mit Vitamin E zu bekommen.

Unbekannt ist allerdings noch, wie die Substanzen in das Auge gelangen. Lutein und Zeaxanthin reichern sich in der Retina und in der Augenlinse an. Wie sie dorthin gelangen, sollen nun weitere Forschungen klären.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Nutrition 2004, Vol. 134, S. 3225-3232