In den USA wurde im Jahre 2000 ein siebenfach-valenter, konjugierter Pneumokokkenimpfstoff für Kinder eingeführt (PCV-7). Er enthält Antigene gegen sieben Pneumokokken-Serotypen . Dieser Impfstoff hat den Vorteil, dass er bei Kleinkindern unter zwei Jahren eingesetzt werden kann und das Vorkommen in der Nasenschleimhaut vermindert. Im Jahr nach der Neueinführung dieses Impfstoffs fiel die Rate an Pneumokokkeninfektionen bei Erwachsenen. In einer Studie sollte nun untersucht werden, ob dieser Abfall an Neuinfektionen nur vorübergehend war oder über mehrere Jahre anhielt.

US-amerikanische Wissenschaftler überwachten zwischen 1998 und 2003 acht geographische Regionen mit einer Gesamtbevölkerung von rund 18 Millionen Menschen und untersuchten dort die Inzidenz von Pneumokokken-Infektionen.

Die Inzidenz fiel bei Menschen über 50 Jahre deutlich ab. Zwischen 1998 und 1999 lag die Rate bei 40,8 Fällen pro 100.000 Einwohner. 2002 und 2003 verringerte sich diese Rate auf 29,4 Fälle pro 100.000 Einwohner.

Bei Personen über 50 Jahre fiel vor allem die Rate jener Neuinfektionen ab, die von einem jener Pneumokokken-Serotypen verursacht wurden, die von dem neuen Impfstoff abgedeckt werden: und zwar um 55 Prozent: von 22,4 Fällen pro 100.000 Einwohner auf 10,2 Fälle. Die Inzidenz von Pneumokokken-Infektionen, die durch andere Serotypen verursacht werden, veränderte sich dagegen kaum. Man kann daraus schließen, dass der Rückgang der Inzidenz auf die Einführung des neuen Pneumokokken-Impfstoffs zurückzuführen ist.

Auch die Zahl der Todesfälle durch Pneumokokken-Infektion sank bei den älteren Menschen deutlich: von 6,9 Fällen pro 100.000 Einwohner auf 5,7 Fälle. Betroffen waren häufig sehr alte Menschen über 75 Jahre.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American Medical Association 2005, Vol. 294, S. 2043-2051