07/03/2005

Siemens AG, Medical Solutions

Angiographische C-Bogen-Systeme generieren CT-ähnliche Schnittbilder

Siemens Medical Solutions stellte auf dem ECR (European Congress of Radiology) 2005 in Wien erstmals DynaCT in Europa vor. Mit dieser neuen Applikation können die Anwender an angiographischen C-Bogen-Systemen CT- ähnliche Schnittbilder erzeugen. Diese Schnittbilder ermöglichen Weichteildifferenzierungen, so dass zum Beispiel Strukturen und Organe im Körper und Gehirn und sogar Blutungen im Hirn erkannt werden können. Während einer Intervention unterstützen diese zusätzlichen Informationen den Arzt bei seiner Entscheidungsfindung. Möglich wird dies durch die moderne Flachdetektor(FD)-Technologie von Siemens.

Angiographische C-Bogen-Systeme erzeugen aufgrund ihrer Konzeption Projektionsbilder. Bereits seit mehreren Jahren können daraus durch die Rotationsangiographie und deren Rekonstruktionsmethoden 3D-Volumina erstellt und visualisiert werden. Diese in der Klinik etablierte Methode ist für die Darstellung von hochkontrastigen Bildinhalten (Knochen, Gefäße mit Kontrastmittel etc.) entwickelt worden. In Kombination mit dem Flachdetektor wird durch DynaCT nun auch die Weichteildifferenzierung möglich. Die mit der Bildgebung eines CT-Scanners vergleichbaren klinischen Bilder stellen Organe, Gefäße und sogar Blutungen dar.

Diese neuen Einblicke am C-Bogen erschließen viele neue Anwendungen bei neuroradiologischen, abdominalen oder onkologischen Interventionen. Das Einsatzfeld reicht von der Visualisierung des Gefäßsystems über die Unterstützung von Drainage-Prozeduren, Punktionen und Biopsien bis hin zur Tumor-Embolisation und -Ablation. In vielen dieser Fälle wird bislang die Computertomographie zur Bildgebung angewandt. Mit DynaCT kann auch die Umlagerung des Patienten vom Angiographiesystem in einen Computertomographen entfallen, was etwa bei Notfallsituationen zu einer erheblichen Zeitersparnis und damit zu einer Risikominimierung führt.

Das Generieren der Schnittbilder am C-Bogen-System ist denkbar einfach: Der Arzt fährt den C-Bogen kreisförmig um den Patienten und akquiriert entsprechend eines Protokolls eine definierte Anzahl von Projektionsaufnahmen. Anschließend werden diese Projektionen wie bei einem CT-Scanner zu Schichtbildern rekonstruiert und zum Monitor am Angiographiesystem gesandt. Innerhalb von drei Minuten steht dem Arzt somit das Ergebnis in Form von Schnittbildern zur Verfügung, die Objekte von 10 HU (Hounsfield-Units) Unterschied in 10 mm dicken Schichten visualisieren. Auf diesen Schnittbildern lassen sich im Hirn Blutungen, Ventrikel und Hirnstrukturen erkennen. Ebenso kann Tumorgewebe von gesundem Gewebe unterschieden werden.

Dr. Hideyuki Takano vom Chiba Cancer Center in Chiba/Japan hat DynaCT erstmals klinisch eingesetzt. Er erwartet von einem bildgebenden System möglichst viele Informationen, um während einer onkologischen Intervention eine optimale Entscheidungsbasis zu haben. Seine bisherigen Erfahrungen mit DynaCT zeigen, dass diese Erwartung mit der neuen Applikation erfüllt wird: "Die Leistung von DynaCT hat unsere Erwartungen übertroffen. Schon in naher Zukunft wird sich DynaCT fest in der interventionellen Chirurgie etablieren und dann nicht mehr wegzudenken sein."

Für Dr. Norbert Gaus, Leiter des Geschäftsgebiets Angiographie, Durchleuchtung und Radiographie bei Siemens Medical Solutions, ist DynaCT das Ergebnis der konsequenten Nutzung der Flachdetektor-Technologie: "DynaCT ist ein gelungenes Beispiel, wie wir technischen Vorsprung in Kundennutzen umsetzen. Der Kunde sieht uns als Innovationsführer. Bei den Flachdetektoren war dies für uns der Antrieb, die neue Technik nicht nur als Ersatz für den Bildverstärker zu betrachten. Unsere Entwickler loten konsequent aus, was mit Flachdetektoren möglich ist. Schnittbilder am C-Bogen zu generieren, ist sicher ein neuer Meilenstein im Bereich der interventionellen Radiologie."

Für den Einsatz von DynaCT eignen sich alle Angiographiesysteme mit Flachdetektoren von Siemens. Während die Applikation beim Axiom Artis dFA DynaCT in einem monoplanen System zur Verfügung steht, kann sie der Arzt beim Axiom Artis dBA DynaCT auch in einer biplanen Anlage und beim Axiom Artis dTA DynaCT in einem deckengehängten System nutzen. Eine Nachrüstung bereits installierter Artis-Systeme ist möglich. DynaCT hat für die USA die Zulassung der Gesundheitsbehörde (FDA-Clearance) erhalten.


Siemens Medical Solutions (Med) ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Der Bereich steht für innovative Produkte und Komplettlösungen sowie für ein umfangreiches Angebot von Dienst- und Beratungsleistungen. Abgedeckt wird das gesamte Spektrum über bildgebende Systeme für Diagnose und Therapie, die Elektromedizin und die Audiologie bis hin zu IT-Lösungen. Mithilfe dieser Lösungen ermöglicht Med seinen Kunden, sichtbare Ergebnisse sowohl im klinischen, als auch im administrativen Bereich zu erzielen - so genannte "Proven Outcomes". Innovationen aus dem Hause Siemens optimieren Arbeitsabläufe in Kliniken und Praxen und führen zu mehr Effizienz in der Gesundheitsversorgung. Med beschäftigt weltweit rund 31 000 Mitarbeiter und ist in 120 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2004 (30. September) erzielte Med einen Umsatz von 7,07 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 8,12 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1,05 Mrd. €.

Weitere Informationen unter: www.siemens.com/medical