Studien haben gezeigt, das bis zu 13 Prozent aller Schwangeren nach der Geburt an depressiven Beschwerden leiden. Solche Symptome können ohne, aber auch neben Symptomen von Angststörungen auftreten. Aus anderen Studien wiederum weiß man, dass die Krankheitsprognose schlechter ist, wenn depressive Beschwerden und eine Angststörung gemeinsam auftreten. Während die postpartale Depression viel Aufmerksamkeit der Wissenschaft auf sich gezogen hat, sind die Symptome von Angststörungen im Zusammenhang mit der postpartalen Depression bislang wenig beachtet worden.

In einer Studie wurden nun 325 Frauen zwischen 18 und 44 Jahren untersucht, die zum ersten Mal ein Kind geboren hatten. Mit Hilfe der „Edinburgh Postnatal Depression Scale (EPDS)“ und des „Depression, Anxiety and Stress Scales (DASS-21)“ untersuchte man verschiedene Beschwerden nach der Geburt.

80 der Frauen (25 Prozent) hatten gemäß EPDS depressive Beschwerden. Nach DASS-21 traf dies für 19 Prozent der Frauen zu. Als man die Kriterien für Beschwerden etwas weiter zog, dann hatten gemäß DASS-21 weitere 33 Frauen (zehn Prozent) Symptome von Ängstlichkeit und Stress ohne depressive Beschwerden. Bei 41 Frauen (13 Prozent)wurden sowohl depressive Symptome und eine Angststörung oder eine Angststörung alleine diagnostiziert. Sowohl eine Depression als auch eine Angststörung lag gemäß DASS-21 bei sieben Prozent der Frauen vor. Diese Frauen hatten auch jeweils im EPDS und im DASS-21 höhere durchschnittliche Depressionswerte als jene Frauen, die nur eine depressive Störung ohne Angstzustände aufwiesen.

Dies zeigt nach Ansicht der Studienautoren, dass es nicht ausreicht, bei Frauen nach der Geburt nur auf Depressivität zu achten. Angststörungen seien ebenso zu berücksichtigen, schreiben die Studienleiter.

MEDICA.de; Quelle: BMC Psychiatry Early Online