Bei 17 Prozent der Frauen mit zwei oder mehr aufeinanderfolgenden Fehlgeburten konnten Abwehrstoffe (Antikörper) gegen Oberflächeneigenschaften (Antigene) des menschlichen Mutterkuchens (Trophoblast) gefunden werden. Bei Frauen mit 3 oder mehr Fehlgeburten waren diese Antikörper sogar in 34 Prozent nachweisbar.

Doktor Nina Rogenhofer sagt: „Wir glauben, dass durch diese Antikörper das für die Schwangerschaft unerlässliche Mutterkuchen-Gewebe quasi als „Fremdkörper“ abgestoßen wird, wodurch die Schwangerschaft dann keine Chance hat sich weiter zu entwickeln.“ Tatsächlich ist der Mutterkuchen für den Transport von Nährstoffen und von Sauerstoff zum Kind unerlässlich, so Rogenhofer.

Möglicherweise ergeben sich aus den neuen Arbeiten bereits therapeutische Ansätze: „Nach neuesten Untersuchungen lassen sich die Antikörper durch ein relativ gebräuchliches Medikament unterdrücken: „Wir konnten zeigen, dass Infusionen mit gepoolten Antikörpern gesunder Plasmaspender die pathologische Abstoßungsreaktion gegen Mutterkuchenantigene neutralisieren können“, berichtet Rogenhofer von Ergebnissen ihrer aktuellen Forschung. Diese Therapie ist bereits bei anderen immunologischen Erkrankungen erprobt und offenbar sehr nebenwirkungsarm. „Wir hoffen, dass sich hier ein therapeutischer Ansatz für die schwer belasteten Patientinnen mit gehäuften Fehlgeburten ergibt“, so Rogenhofer.

MEDICA.de; Quelle: Klinikum der Universität München