Antikörper stoppen Lymphdrüsenkrebs

Dabei handelt sich um eine Antikörper-Prophylaxe gegen das Cytomegalie-Virus; sie kann offensichtlich auch das Epstein-Barr-Virus hemmen. Dies haben Wissenschaftler des Instituts für Immunologie im Rahmen der weltweiten "Collaborative Transplant Study" (CTS) am Universitätsklinikums Heidelberg unter der Leitung von Professor Dr. Gerhard Opelz festgestellt.

Transplantierte Patienten haben ein hohes Risiko, an einer sehr aggressiven Form von Lymphdrüsenkrebs, dem so genannten Non-Hodgkin- Lymphom (NHL), zu erkranken; etwa die Hälfte der an NHL erkrankten Patienten stirbt daran. NHL wird durch eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus verursacht. Die Viren können mit dem Spenderorgan auf den Empfänger übertragen werden. Die Forscher werteten die Daten von mehr als 44.000 Empfängern von Nierentransplantaten aus, die Antivirals oder Antikörper erhalten hatten. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass antivirale Medikamente das Risiko von NHL bei Organempfängern im ersten Jahr nach der Transplantation nicht verringern - also keinen Schutz vor Infektionen mit dem Epstein-Barr-Virus bieten.

Dagegen fanden die Heidelberger Wissenschaftler, dass bei mehr als 2.000 Patienten, die Antikörper-Präparate als Vorbeugung gegen das Cytomegalie-Virus erhalten hatten, im ersten Jahr nach der Transplantation kein einziges Lymphom aufgetreten war. "In den Antikörper-Präparaten gegen CMV wurden von uns auch Antikörper gegen das Epstein-Barr-Virus festgestellt. Wahrscheinlich sind diese anti-EBV Antikörper für die Verhinderung der Lymphomentstehung verantwortlich", erklärt Professor Opelz.

Dies könnte auch erklären, warum im zweiten bis sechsten Jahr nach der Transplantation Non-Hodgkin-Lymphome nicht mehr verhindert wurden. Die Wirksamkeit der Antikörper hält nur einige Monate an, sie hatte daher nachgelassen. Deshalb könnte es sinnvoll sein, den Patienten nach einem Jahr eine erneute Dosis zu verabreichen.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg