Die Übertragung mehrfach resistenter Keime ist vor allem in Krankenhäusern und dort auf Intensivstationen eine Problem. Vor allem methicillin-resistente Staphylococcocus aureus (MRSA) sind nur schwer einzudämmen. Man weiß, dass nosokomiale Übertragungswege zur Verbreitung dieser gefährlichen mehrfach resistenten Erreger beitragen.

Die US-amerikanische Wissenschaftlerin Dr. Ruth Reitzel vom M. D. Anderson Cancer Center in Houston, USA, hat jetzt auf der diesjährigen "Interscience Conference on Antimicrobial Agents and Chemotherapy (ICAAC)" interessante Studienergebnisse zu diesem Problem vorgetragen. Sie präparierte gewöhnliche Untersuchungshandschuhe mit antiseptischen Substanzen, darunter Chlorhexidin. Dann analysierten die Wissenschaftler, wie viele Bakterien an den antiseptischen und den gewöhnlichen nicht-antiseptischen Handschuhen kleben blieben, nachdem man sie kurze oder längere Zeit mit den Bakterien in Berührung brachte.

Sowohl die beschichteten als auch unbeschichteten Handschuhe wurden 24 Stunden lang bei 37 Grad Celsius mit Plasma inkubiert, das MRSA und mehrfach resistente Bakterien vom Typ Escherichia coli enthielt. Die mikrobiologische Untersuchung zeigte, dass die antiseptisch beschichteten Handschuhe 90 Prozent weniger der gefährlichen Bakterien auf ihrer Oberfläche hatten als die unbeschichteten.

Danach setzte man die verschiedenen Handschuhtypen jeweils nur eine Minute lang den beiden Bakterientypen aus. Man trocknete sie für jeweils 30 Sekunden, zehn Minuten, 30 Minuten oder eine Stunde, bevor sie auf Agar-Kulturen gelegt wurden. Bei den beschichteten Handschuhen genügten schon 30 Sekunden Trocknungszeit, um die Bakterien zu 100 Prozent abzutöten. Auf den nicht beschichteten Handschuhen dagegen waren zahlreiche Bakterien hängen geblieben.

MEDICA.de; Quelle: 46th Interscience Conference on Antimicrobial Agents and Chemotherapy