Antipsychotika erhöhen Sterberisiko

Experten wie Chris Fox von der University of East Anglia fordern Alternativen zu Antipsychotika. Zusätzlich sei die Dauer der Medikation zu überprüfen. Bereits 2009 kam eine Studie zum Ergebnis, dass allein in Großbritannien 180.000 demente Menschen Antipsychotika einnahmen. Diese Medikation soll in der Folge zu 1.800 zusätzlichen Todesfällen geführt haben.

Für die aktuelle Studie werteten die Forscher die Daten von 75.445 Demenzpatienten aus, die in Pflegeheimen lebten und denen Antipsychotika verabreicht wurden. Einige Medikamente standen in der Folge mit einem mehr als doppelt so hohen Sterberisiko in Zusammenhang wie Risperidon, also jenem Medikament, das als Bezugspunkt für den Vergleich genommen worden war.

Des Weiteren kommt die Analyse zu dem Ergebnis, dass das Sterberisiko bei höheren Dosierungen allgemein erhöht ist. Am höchsten scheint es bei Haloperidol zu sein und am niedrigsten bei Quetiapin. Die Art der Durchführung der Studie bedeutet den Experten aber auch, dass nicht definitiv ausgesagt werden kann, dass bestimmte Medikamente für mehr Todesfälle verantwortlich sind.

Das britische Gesundheitsministerium erklärte die Verringerung des Einsatzes von Antipsychotika um zwei Drittel jetzt zu einer der wichtigsten Prioritäten der National Dementia Strategy. Die Dementia Action Alliance, an der die Alzheimer's Society, Age UK und das Gesundheitsministerium beteiligt sind, fordert, dass die Verschreibung der Präparate bis Ende März 2012 überprüft werden muss.

Anne Corbett von der Alzheimer's Society betont, dass Antipsychotika nur bei einem kleinen Teil der Demenzpatienten eingesetzt werden sollten und dann auch nur für höchstens zwölf Wochen und unter den entsprechenden Rahmenbedingungen. "Den meisten dieser Patienten schaden sie mehr als sie ihnen helfen", sagt Corbett.

MEDICA.de; Quelle: Harvard Medical School