Anzucht infektiöser Hepatitis-C-Viren gelungen

Virenzüchter im Dienste der
Menschheit: Ralf Bartenschlager
© Uni Heidelberg

Damit wurde die Voraussetzung dafür geschaffen, Medikamente und Impfstoffe gegen das Virus zu entwickeln, das eine schleichende, oft tödlich endende Entzündung der Leber hervorruft.

"Dies ist ein Meilenstein in der Erforschung von Hepatitis C und im Kampf gegen die stille Seuche", erklärt Professor Dr. Ralf Bartenschlager, Direktor der Abteilung Molekulare Virologie des Universitätsklinikums Heidelberg, der gemeinsam mit den Virusforschern Dr. Thomas Pietschmann, Professor Dr. Hans-Georg Kräusslich, und Anja Habermann vom Universitätsklinikum Heidelberg und der japanischen Forschergruppe um Dr. Takaji Wakita die Ergebnisse publiziert hat.

Die Wissenschaftler in Heidelberg, Tokio und Bethesda haben ein Zellsystem entwickelt, in dem der vollständige Lebenszyklus des HCV - also vom Eindringen in die Zelle über die Vermehrung innerhalb der Zelle bis zum Verlassen der infizierten Zelle - im Labor vollzogen werden kann.

Bislang war es zwar möglich gewesen, Teile der Erbsubstanz des Virus zu vermehren, es war jedoch nicht möglich, das vollständige Virus im Labor zu züchten. In einer speziellen Kultur von Leberkrebszellen (Huh7-Zellen) konnte nun das Virus, das aus einem Patienten mit einer fulminanten Hepatitis isoliert worden war, vollständig angezüchtet werden.

"Wir konnten darüber hinaus zeigen, dass Antikörper gegen das zelluläre Oberflächenprotein CD81 sowie Antikörper, die aus dem Blut von Infizierten stammen, die Vermehrung des Virus zumindest teilweise hemmen", berichtet Professor Bartenschlager. Außerdem gelang den Wissenschaftlern der Nachweis, dass Schimpansen mit dem in der Zellkultur vermehrten HCV infiziert werden können. Damit konnte die Authentizität der in Zellkulturen gezüchteten Viren bewiesen werden.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg