Sicherheit: Arbeit mit gefährlichen Biostoffen

12/05/2014
Foto: Biohazard-Warnzeichen

In der Datenbank liegen für mehr als 10.000 Biostoffe Informationen zu Risikogruppen und grundlegenden Maßnahmen zum Arbeits- und Ge-
sundheitsschutz in Laboratorien, Ver-
suchstierhaltung und in der Biotech-
nologie vor; © panthermedia.net/
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Wer mit Biostoffen arbeitet, muss über ihr Gefährdungspotenzial Bescheid wissen. Die neue GESTIS-Biostoffdatenbank informiert über Risiken und den richtigen Umgang mit Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten.

Die Datenbank ist ein Kooperationsprojekt des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

In der modernen Arbeitswelt spielen Mikroorganismen eine immer größere Rolle: So gehören Bakterien, Pilze & Co. zu den Basissubstanzen der Biotechnologie; die Pharmaindustrie nutzt sie zur Herstellung von Antibiotika. Es gibt aber auch Mikroorganismen, die Krankheiten verursachen können.

Solche Biostoffe werden in Wissenschaft und Forschung, in Biotechnologie und Versuchstierhaltung eingesetzt oder treten hier auf. Auch bei Sanierungsarbeiten, in der Veterinärmedizin, der Land- und Forstwirtschaft, der Abwasser- und Abfallwirtschaft sowie in Schlachtbetrieben können Menschen mit ihnen in Berührung kommen. Das birgt Gefahren, gegen die die Beschäftigten zu schützen sind. Biostoffe müssen daher in die Gefährdungsbeurteilung einbezogen werden.

Bisher fehlte es an einer zentralen Informationsquelle für das nötige Präventionswissen. Die neue Biostoffdatenbank hilft dem ab. Sie führt das Wissen einheitlich gegliedert zusammen und macht es online rund um die Uhr an jedem Ort verfügbar. Die Datenbank ist Teil des Gefahrstoffinformationssystems (GESTIS) der DGUV.

Aktuell sind bereits über 10.000 Biostoffe erfasst, zu denen Informationen über Risikogruppen und grundlegende Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz in Laboratorien, Versuchstierhaltung und in der Biotechnologie vorliegen.

Für rund 50 Stoffe enthält das System darüber hinaus umfassende Datenblätter. Für weitere Biostoffe werden fortlaufend Datenblätter erarbeitet. Für Gefahren bei „nicht gezielten Tätigkeiten“, etwa in der Abfallwirtschaft, werden fortlaufend tätigkeitsbezogene Datenblätter erstellt.

Die Datenbank bietet so einen schnellen Überblick und ermöglicht damit den sicheren Umgang mit Gefahrstoffen.

Fachlich begleitet wird das Projekt Biostoffdatenbank vom Ausschuss für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS). Die GESTIS-Biostoffdatenbank wird betreut vom Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA). Der Zugriff ist für alle kostenfrei und ohne Registrierung unter der Adresse http://www.dguv.de/ifa/gestis-biostoffe möglich.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung