Derzeit sind gut 4.800 Arztstellen in Deutschland vakant. "Auch qualifizierte Pflegekräfte sind bereits im Visier von Personalberatern", warnt Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff von der Universität Münster: Im Auftrag englischer und amerikanischer Krankenhäuser locken sie qualifizierte Pflegekräfte mit Abschlussprämien von 10.000 US-Dollar und einem Jahresgehalt von 50.000 US-Dollar.

"Der 'War for Talent' ist in vollem Gange", beschreibt von Eiff die Situation, gleichzeitig kennzeichne Stellenabbau in patientennahen Aufgabenbereichen, Kürzung des Weihnachtsgeldes und Arbeitsverdichtung unverständlicherweise vielerorts den Klinikalltag.

Dabei führe Arbeitsverdichtung und Personalabbau eindeutig zu Risiken im Medizinbetrieb, ohne dass dauerhaft Kosten gesenkt werden: Wenn Pflegekräfte die Betreuungsintensität von vier auf acht Patienten steigern müssen, erhöht sich die Anzahl vermeidbarer Sterbefälle um 31 %.

Wie man dieser Entwicklung entgegenwirken kann, analysiert der in Münster auf Initiative des Centrums für Krankenhausmanagement (CKM) und der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) gegründete Arbeitskreis "Personalmanagement im Krankenhaus".

Personalmanager aus unterschiedlich strukturierten Krankenhäusern bringen ihr Know-how ein. "Vorsprung durch Mitarbeiter" lautet die an Personalmanager und Führungskräfte gerichtete Botschaft. Für von Eiff, Leiter des Arbeitskreises ist es an der Zeit, Standards für ein professionelles Personalmanagement im Krankenhaus zu entwickeln, um Ärzte und Pflegekräfte auch in Zukunft für die Arbeit in der Klinik zu begeistern.

Binnen eines Jahres sollen die Experten aus Wissenschaft und Praxis im Auftrag des DGFP praxisorientierte Standards entwickeln, um Krankenhausmanagern eine Orientierungshilfe für ihre tägliche Arbeit zur Verfügung zu stellen.

MEDICA.de; Quelle: Westfälische Wilhelms-Universität Münster