Arbeitsgedächtnis beeinflusst Verhalten

Foto: Messung der Hirnströme bei einem Proband

Denksport oder Ausdauertraining?
Forscher wollen herausfinden, was
das Gehirn auf Trab hält; © IfADo

Die Forscher vom Institut für Arbeitsphysiologie an der TU Dortmund (IfADo) haben in Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universität Bochum 92 Arbeitnehmer der Firma Opel rekrutiert, ältere und jüngere Beschäftigte, aus der Linienfertigung und aus der Instandhaltung Sie verfolgten dabei die Frage, inwieweit sich ältere und jüngere Arbeitnehmer hinsichtlich geistiger Funktionen unterscheiden. Dazu zählten sie Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis oder Flexibilität.

Die Beschäftigten bearbeiteten verschiedene Aufgaben am Computer, währenddessen das Elektroenzephalogramm (EEG) gemessen wurde. Anschließend wurden Reaktionszeiten, Anzahl der Fehler sowie bestimmte Hirnstromwellen analysiert, die aus dem EEG abzulesen sind.

Das erste Ergebnis war nicht überraschend: Die Gruppe der Jüngeren bearbeitete alle Aufgaben mit hoher Geschwindigkeit, die jedoch auf Kosten der Genauigkeit ging. Die älteren Arbeitnehmer waren langsamer, machten aber die wenigsten Fehler. Ein anderes Ergebnis jedoch überraschte die Wissenschaftler: Die älteren Arbeiter machten die meisten Fehler in Aufgaben, die den Einsatz von Arbeitsgedächtnis und Daueraufmerksamkeit erfordern. Dies spiegeln auch Unterschiede zwischen älteren Linienarbeitern und älteren Instandhaltern in Hirnstromwellen wider, die mit Arbeitsgedächtnisfunktionen und mit Überwachung und Kontrolle des Verhaltens in Verbindung stehen.

"Dies deutet darauf hin, dass langjährige Arbeit unterschiedlicher Art bestimmte Aspekte der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter unterschiedlich beeinflussen könnte. Erhärten lässt sich das aber nur mit Hilfe wiederholter Messungen bei den gleichen Beschäftigten über mehrere Jahre" betont Professor Michael Falkenstein vom IfADo." Nun sollen weitere Projekte der Arbeitsforscher klären, welche Trainingsmaßnahmen den Alterungsprozess im Gehirn positiv beeinflussen

MEDICA.de; Quelle: IfADo - Institut für Arbeitsphysiologie an der Universität Dortmund