Die Ergebnisse stammen aus Analysen, die Professor Dr. Wilfried Mau, Direktor des Instituts für Rehabilitationsmedizin der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, in Kooperation mit dem Deutschen Rheumaforschungszentrum Berlin durchführte.

In der Dokumentationen wurden die anonymen Angaben von 7.600 Patienten aus den neuen Bundesländern und zirka 36.000 Patienten aus den alten Ländern ausgewertet, die an sechs verschiedenen rheumatischen Erkrankungen litten.

Danach sei bei Frauen mit einer mindestens zehn Jahre bestehenden rheumatoiden Arthritis die Erwerbstätigkeit in den alten Bundesländern um 43 %, in den neuen Ländern um 47 % gegenüber den gesunden Mitbürgerinnen vermindert. Etwas günstiger sehe es bei Patienten mit einer Bechterew'schen Erkrankung aus, so der Bericht: nach mehr als zehn Jahren Krankheitsdauer kam es in den alten Ländern zu einer gegenüber der Bevölkerung um elf Prozent verminderten Erwerbstätigkeit beziehungsweise zu einer 18-prozentigen Reduktion in den neuen Ländern.

Mit der Untersuchung wird die Ungleichheit der Beschäftigungschancen von chronisch Kranken in Abhängigkeit von der Lebensregion in Deutschland exemplarisch für Patienten mit verschiedenen rheumatischen Erkrankungen dokumentiert und quantifiziert, betont Mau. Um die gleichen Arbeitsleistungen wie gesunde Kolleginnen und Kollegen erbringen zu können, könnten sie durch verschiedene Rehabilitationsmaßnahmen unterstützt werden, doch wüssten dies anscheinend oftmals weder die Patienten noch ihre Arbeitgeber.

Es käme zu weit weniger Arbeitsausfällen, wenn die viel zu wenig genutzte Erleichterung des Arbeitsweges sowie Anpassung des Arbeitsplatzes oder der Arbeitsbedingungen realisiert würden, so die Quintessenz des Berichts.

MEDICA.de; Quelle: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg