Arzneimitteltransporter aktivieren und Chemotherapie-Resistenz brechen

Foto: Menschliche Leber

Leberkrebs ist weltweit eine der
häufigsten Todesursachen durch
bösartige Erkrankungen;
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Ziel der Arbeiten ist es, die Chemotherapie von Leberkrebspatienten zu verbessern.

Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom, abgekürzt HCC) ist weltweit eine der häufigsten Todesursachen durch bösartige Erkrankungen. In Deutschland erkranken jährlich etwa 6.000 Menschen an diesem Tumor. Am häufigsten entsteht HCC, wenn die Leber bereits durch eine Entzündung geschädigt ist.

Leberentzündungen treten insbesondere nach Infektion mit Hepatitis-B-Viren oder Hepatitis-C-Viren auf. Da Leberkrebs oft erst in fortgeschrittenem Stadium zu Beschwerden führt, wird er häufig auch erst in einem späten Krankheitsstadium diagnostiziert. Die Lebenserwartung von Patienten mit fortgeschrittenem HCC liegt bei einigen Monaten.

Um das unkontrollierte Wachstum der Krebszellen zu verhindern, werden häufig Chemotherapeutika eingesetzt. Eine vollständige Heilung scheitert jedoch in vielen Fällen daran, dass einige Krebszellen nicht auf die verabreichten Medikamente ansprechen. Insbesondere bei Leberkrebs ist diese Chemotherapie-Resistenz ausgeprägt. Die häufigste Ursache der Resistenz ist, dass die Medikamente nicht in ausreichender Menge in die Krebszellen hineingelangen beziehungsweise aktiv ausgeschleust werden. Sowohl für eine Aufnahme von Substanzen in Zellen als auch für deren Auswärtstransport sind bestimmte Proteine, sogenannte Arzneimitteltransporter, verantwortlich. Sie sind gleichsam als Pförtner in der Zellhülle enthalten und kontrollieren den Substanzfluss.

In einem von der Wilhelm-Sander-Stiftung geförderten Projekt wollen die Forscher um Nies aufklären, welche Arzneimitteltransporter in Leberkrebsgewebe aktiv sind und ob ihr Vorkommen von bestimmten Faktoren wie zum Beispiel Alter oder Geschlecht des Patienten abhängt. Die Untersuchungen sollen zu einem besseren Verständnis der Chemotherapie-Resistenz bei Leberkrebs beitragen und haben das Ziel, die Behandlung durch Chemotherapie zu verbessern.

MEDICA.de; Quelle: Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie