Alle menschlichen und tierischen Spezies haben Körper, die bis zu einem gewissen Grade asymmetrisch sind. Jene Körperteile, die sexuelle Attribute sind, haben den größten Grad an Asymmetrien. Frühere Studien haben darauf hingewiesen, dass größere Brüste einen höheren Grad an Asymmetrie aufweisen als kleinere Brüste und dass Frauen, die nicht geboren haben, tendenziell asymmetrischere Brüste haben als Mütter.

Doch haben asymmetrische Brüste auch einen Einfluss auf das Mammakarzinomrisiko? Das sollte jetzt eine Studie untersuchen, an der 12.942 Frauen teilnahmen, die sich zwischen 1979 und 1986 einer Mammographie unterzogen. 252 dieser Frauen erkrankten später an einem Mammakarzinom. Man verglich sie mit 252 gesunden Frauen. Die erkrankten Frauen waren durchschnittlich 55 Jahre alt und es lagen rund 6,4 Jahre zwischen der ursprünglichen Mammographie und der Krebsdiagnose.

Generell war bei den meisten Frauen die linke Brust größer als die rechte, wie man anhand der mammographischen Befunde messen konnte. Das Volumenverhältnis links:rechts betrug durchschnittlich 1.04:1.00.

Betrug bei den gesunden Frauen die Volumendifferenz zwischen linker und rechter Brust durchschnittlich 52,99 ml, so lag diese Differenz bei den erkrankten Frauen bei 63,17 ml, und zwar unabhängig von der absoluten Größe der Brüste. Ob die rechte oder linke Brust größer war, hatte keinen Einfluss auf das Mammakarzinomrisiko. Reich rechnerisch steigt pro 100 ml Differenz im Brustvolumen das Risiko eines Mammakarzinoms um 50 Prozent.

Die Asymmetrie der Brüste ist also offenbar ein unabhängiger Risikofaktor für das Mammakarzinom, ebenso wie Größe, Familienanamnese, Alter bei der Menarche und Menopause-Status. Auf alle Fälle müsse man asymmetrische Brüste zukünftig beim Risikoprofil einer Frau berücksichtigen, schreiben die Autoren.

MEDICA.de; Quelle: Breast Cancer Research 2006; Vol. 8, R14