Es ist aus Laboruntersuchungen bekannt, dass Cholesterin die Bildung des Amyloid-beta fördert. Amyloid-beta gilt als einer der neurotoxischen Stoffe, welche in der Pathogenese der Alzheimer-Demenz eine große Rolle spielen. Folglich müssten cholesterinsenkende Wirkstoffe einen Schutz gegen die Alzheimer-Demenz bilden.

In einer kleinen Pilotstudie wurde daher nun der Einfluss des CSE-Hemmers und Cholesterinsenkers Atorvastatin auf die Progression des kognitiven Verfalls bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz untersucht. Patienten mit einem Mini-Mental-State-Score von 12 bis 28 erhielten ein Jahr lang randomisiert 80 Milligramm Atorvastatin täglich oder Placebo.

63 Patienten nahmen bis zum Ende an der Studie teil. In der Verumgruppe fielen die Cholesterinwerte, wie erwartet, signifikant ab. Darüber hinaus bemerkten die Studienleiter auch deutliche Unterschiede bei verschiedenen psychologischen und psychiatrischen Mess-Systemen der Alzheimer-Demenz: dem AD Assessment Scale (ADAS)-cognitive subscale und dem Clinical Global Impression of Change Scale scores. Auch auf dem Mini-Mental State Examination, der Geriatric Depression Scale, Neuropsychiatric Inventory Scale und dem AD Cooperative Study-Activities of Daily Living Inventory fielen die Werte deutlich zugunsten der Atorvastatin-Anwender aus. Statistische Signifikanz erreichten die Werte aber nur bei der Geriatric Depression Scale und der ADAS-cognitive subscale.

Natürlich, so geben die Studienautoren zu bedenken, müsse man diese Werte kritisch betrachten: Zum einen handelte es sich um eine kleine Studie, zum anderen könnten weitere Wirkmechanismen der CSE-Hemmer nicht ausgeschlossen werden. In der Tat kamen andere Untersuchungen zu anderen Ergebnissen. Größere Studien sollen nun folgen.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Neurology 2005, Vol. 62, S. 753-757