Die meisten Operationen am vorderen Kreuzband werden an Personen unter 50 Jahre vorgenommen. Mit der demographischen Entwicklung altern aber auch die Menschen der so genannten Baby-Boomer-Generation, also die in den 50er und 60er Jahren Geborenen. Immer mehr dieser Personen haben Probleme mit dem vorderen Kreuzband. Dies liegt auch daran, dass Menschen heutzutage immer länger aktiv sind, auch sportlich, und daher die Zahl der Verletzungen am vorderen Kreuzband aufgrund von sportlicher Betätigung auch im mittleren Lebensalter ansteigt. Sollte man diese Personen operieren?

Ja, sagt eine kleine Studie, die jetzt beim „American Academy of Orthopaedic Surgeons 75th Annual Meeting“ vorgestellt wurde. Mediziner der Mayo Clinic in Rochester, Minnesota, USA, haben 34 Patienten, die älter als 50 Jahre waren (Durchschnittsalter: 57 Jahre) an 35 Knien das vordere Kreuzband operiert und wiederhergestellt. 46 Prozent dieser Patienten hatten sich die Kreuzbandverletzung durch Nicht-Kontakt-Sportarten wie Tanzen oder Alpin-Ski zugezogen. Alle Patienten wurden zwischen 1990 und 2002 mindestens zwei Jahre lang nachverfolgt mit einem durchschnittlichen Nachverfolgungszeitraum von 48 Monaten.

Nach der Operation quantifizierte man den Operationserfolg anhand zweier Scores: des International Knee Documentation Committee (IKDC)- und des University of California Los Angeles (UCLA) scores. Auf beiden Skalen verbesserten sich die Werte der Operierten signifikant. Dabei traten relativ wenige Komplikationen auf. Lediglich fünf der 35 Patienten mussten ein zweites Mal operiert werden.

Nach Ansicht der Studienleiter gibt es nach dieser Studie keinen Grund mehr, höheres Lebensalter als eine relative Kontraindikation für Operationen am vorderen Kreuzband zu betrachten.

MEDICA.de; Quelle: American Academy of Orthopaedic Surgeons 75th Annual Meeting Abstract 039