Eine Untersuchung hat jetzt gezeigt, dass in der Altersgruppe zwischen 50 und 65 Jahren nahezu genauso viele Patienten ihre Arbeit nach sechs Monaten wieder aufnehmen konnten wie in der Gruppe mit jüngeren Schmerzpatienten. Mit ihrer Behandlung waren die älteren Patienten ebenso zufrieden wie die jüngeren.

An der Studie nahmen insgesamt 405 Männer und Frauen teil, die seit mindestens drei Monaten an Rückenschmerzen litten und bereits sechs Wochen krank geschrieben waren. Jeweils rund ein Viertel der Studienteilnehmer gehörten zu den Altersgruppen 51 - 65 Jahre und 18 - 34 Jahre. Die Hälfte der Patienten war zwischen 35 und 50 Jahre alt.

Alle Patienten nahmen an einem multidisziplinären Ganztages- Therapieprogramm über drei Wochen teil. Dazu gehörten krankengymnastische Übungen und Rückentraining ebenso wie Entspannungsübungen, Psychotherapie, Verhaltenstherapie und Anpassungen am Arbeitsplatz. Die Behandlungsergebnisse wurden nach sechs Monaten überprüft.

"Aus unseren früheren Studien wissen wir, dass die Behandlung von psychischer Belastung und Stress die Patienten beweglicher und arbeitsfähiger macht", erklärt Professor Dr. Marcus Schiltenwolf, Leiter der Sektion Schmerztherapie an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. "In dieser Studie konnten wir erstmals zeigen, dass dies nicht nur für jüngere Patienten zutrifft." Wesentliche Beobachtung bei der Studie war: Schmerzrückbildung und Steigerung der Lebensqualität konnte bei den älteren Patienten erreicht werden, ohne dass die Rückenfunktionen verbessert wurden. "Diese Ergebnisse zeigen, dass sich die multimodale Schmerztherapie auch bei älteren Patienten lohnt". so Professor Schiltenwolf.


MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg