Fresszellen, auch Makrophagen gennant, entwickeln sich im Knochenmark und beseitigen als eine Art Müllschlucker tote und abgestorbene Körperzellen wie auch Zelltrümmer. Die Schuppenflechte galt lange Zeit als T-Lymphozyten vermittelte Erkrankung. Die Dermatologen vom Ulmer Universitätsklinik für Dermatologie und Allergologie konnten nun zeigen, dass neben den T-Lymphozyten (und anderen Immunzellen) auch zahlreiche Makrophagen in der entzündlich erkrankten Haut nachweisbar sind.

Zusätzlich war in diesen von der Schuppenflechte befallenen Hautstellen auch die Konzentration des Tumor Nekrose Faktors alpha drastisch erhöht. Ein Signalstoff, der unter anderem auf Entzündungen und die Immunabwehr wirkt. Stark erhöht war auch die Konzentration eines spezifisch auf die Makrophagen wirkenden Lockstoffes.

Diese Ergebnisse, die den Makrophagen in das Zentrum der Entstehung der Psoriasis rücken, erklären den erfolgreichen Einsatz von so genannten "Biologics". Diese biotechnologisch hergestellten Eiweiße sind körpereigenen Substanzen ähnlich oder können diese hemmen und in verschiedene Regulationsmechanismen des Immunsystems eingreifen. Sie werden zur Neutralisierung des Tumor Nekrosefaktors alpha bereits erfolgreich in der Klinik zur Behandlung der Schuppenflechte eingesetzt - jetzt kann man ihre Wirkungsweise besser verstehen.

Die Untersuchungen des Dermatologen-Teams haben gezeigt, dass an der Auslösung und Erhaltung der Schuppenflechte verschiedene Zellen der Haut beteiligt und unterschiedliche Signalwege miteinander verflochten sind. Sie konnten weitere Angriffsstellen für neue Therapien identifizieren, die in Zukunft bei der Behandlung von Patienten mit Schuppenflechte verwendet werden könnten.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Ulm