Studien zu funktionalen bildgebenden Verfahren des Gehirns haben gezeigt, dass experimentell erzeugter Schmerz und tatsächlicher Schmerz im Gehirn offenbar verschieden verarbeitet werden. In einer Studie wollten Wissenschaftler der University of Manchester in Großbritannien jetzt mehr dazu erfahren. Sie verglichen jene Gehirnstrukturen, die bei Osteoarthroseschmerzen involviert sind, mit den Gehirnstrukturen, welche bei experimentell erzeugten Schmerzen angesprochen werden.

Zwölf Patienten mit Knie-Osteoarthrose nahmen an dieser Untersuchung teil. Sie unterzogen sich einer Positronen-Emissionstomographie des Gehirns mit 18F-Fluorodeoxyglucose (FDG-PET). Untersucht wurden sie während dreier Zustände: wenn sie Knieschmerzen hatten, während künstlich erzeugter Schmerzen durch Hitze und in einem schmerzfreien Zustand.

Sowohl Knieschmerzen als auch Schmerzen durch Hitzeapplikation stimulierten die bekannten Schmerzzentren des Gehirns. Allerdings sah man bei Knieschmerzen noch weitere Aktivitätszentren im Gehirn: die Gebiete im Zingulum, im Thalamus und in der Amygdala. Diese Gehirngebiete bringt man gemeinhin mit positiven und negativen Emotionen und Gefühlen wie etwa Freude oder Furcht in Verbindung.

Das Ergebnis dieser Studie hat Auswirkungen etwa auf die Entwicklung wirksamer Substanzen gegen Arthroseschmerz. Es reicht offenbar nicht, Versuchsprobanden künstlich erzeugte Schmerzen zuzufügen und dann die Wirkung neuer Substanzen zu testen, da Arthroseschmerzen offenbar weitaus mehr Gehirnzentren aktivieren als bloße künstliche Schmerzen. Um Arthrosepatienten wirklich wirksam bei Schmerzen helfen zu können, muss man offenbar Mittel und Wege finden, auch die Emotionszentren des Gehirns zu beeinflussen.

MEDICA.de; Quelle: Arthritis & Rheumatism 2007, Vol. 56, S. 1345-1354