Die Prävalenz des Diabetes mellitus steigt auch bei Kindern. Dies hängt natürlich auch mit Übergewicht zusammen, von dem immer mehr Kinder betroffen sind. Gesundheitsprogrammen, die sich speziell an Kinder richten, fehlt nach Ansicht mancher Experten oft das Thema Energiebilanzierung oder andere Themen wie Körper- oder Selbstwertgefühl. Nun haben Wissenschaftler ein spezielles Programm unter dem Namen „Energy“ an US-amerikanischen Grundschülern erprobt. Unter den Kindern waren viele afroamerikanische Kinder und solche mit spanischstämmigen oder asiatischen Vorfahren. Jede Woche oder auch alle zwei Wochen wurden sie jeweils eine Schulstunde lang in kleinen Gruppen zu je fünf bis sechs Schülern von speziell ausgebildeten Trainern in Bezug auf einen gesunden Lebensstil unterrichtet.

Vorgestellt wurde die Studie jetzt beim Kongress “Prevention Medicine 2008”, der Jahreskonferenz des „American College of Preventive Medicine“.

Zunächst befragte man die Kinder zu Beginn der ersten Unterrichtseinheit zu ihrem Wissen über Diabetes und Gesundheit. Etwa jedes zweite Kind kannte einen Diabeteskranken und etwa ein Drittel wusste, dass Essen etwas mit dieser Erkrankung zu tun haben kann. Allerdings war den wenigsten Kindern ein Zusammenhang zwischen Diabetes und Übergewicht bewusst.

Nach dem Lernprogramm wurde das Wissen der Kinder mit dem Wissen altersgleicher Kontrollprobanden verglichen, die dieses Lernprogramm nicht absolviert hatten. Im Vergleich zu diesen wussten die „Energy“-Kinder etwa doppelt so viel über Diabetes. Nur bei acht Prozent der Kinder hatten die Lerneinheiten keinen Zuwachs an Wissen gebracht. Neun Monate später wurden die gleichen Kinder noch einmal befragt. Dabei zeigte sich, dass sie fast alles behalten hatten. Dieser Lernerfolg war unabhängig davon, ob die Lerneinheiten jede Woche oder nur alle zwei Wochen stattfanden.

MEDICA.de; Quelle: Preventive Medicine 2008 Session 22-A