In den USA werden jährlich etwa 6.000 Lebern transplantiert. Die Hälfte der Patienten, die solche Organe erhalten, leiden an einer Leberzirrhose, die durch HCV verursacht wurde. Normalerweise werden nur nicht-infizierte gesunde Lebern transplantiert. Das fordern die Kriterien des „United Network for Organ Sharing (UNOS)“. Möglicherweise kann man durch eine Ausweitung dieser Kriterien auf ebenfalls HCV-infizierte Spenderlebern mehr Menschen helfen als bislang.

Darauf weist eine Studie der Indiana University School of Medicine in Indianapolis, USA, hin. Wissenschaftler analysierten Daten, die ihnen unter anderem UNOS zur Verfügung gestellt hatte. In diesen Datenbanken fanden sie die Daten von 38 HCV-positiven Patienten, die ebenfalls HCV-infizierte Spenderlebern erhalten hatten. Das Ergebnis verglich man mit 76 Lebertransplantationen, die den Kriterien von UNOS entsprachen.

Ein Jahr nach der Transplantation waren die Patienten mit einer vorinfizierten Leber im Vorteil: Es kamen weniger Abstoßungsreaktionen vor als bei gesunden Lebern. Außerdem überlebten mehr Patienten das erste und auch das zweite Jahr nach der Transplantation. Bei den bereits infizierten Lebern kam es auch zu deutlich weniger Fibrosierungen.

Die Vorteile von HCV-infizierten Lebern sind bei ebenfalls infizierten Patienten nicht gerade überwältigend. Dennoch schlagen die Studienleiter vor, zukünftig bei HCV-positiven Patienten ebenfalls infizierte Lebern vorrangig zu transplantieren. Dies würde außerdem den Kreis der in Frage kommenden Spender deutlich erweitern.

MEDICA.de; Quelle: Digestive Disease Week (DDW) 2007