Seit Jahren fordern Notfallmediziner, man solle Kindern bereits in der Schule beibringen, wie man Menschen wiederbelebt. Kinder lernen leicht, sind motiviert und behalten das Gelernte häufig sehr lange. Verschiedene Studien haben untersucht, wie effektiv Kinder tatsächlich wiederbeleben können. Allerdings wurden diese Studien meist mit älteren Kindern gemacht. In einer Studie sollte jetzt untersucht werden, ab welchem Alter Kinder körperlich dazu in der Lage sind, Herz und Lunge wiederzubeleben.

157 Kinder aus vier Schulen in Cardiff, Großbritannien, nahmen an dieser Untersuchung teil. Alle waren zwischen neun und 14 Jahren alt. Die Kinder hatten zuvor die Technik der Herz-Lungen-Wiederbelebung mit Herzdruckmassage und Mund-zu-Nase-Beatmung gelernt. Danach bat man alle Kinder, diese Technik drei Minuten lang bei einer Trainingspuppe anzuwenden.

In der Altersgruppe der Neun- bis Zehnjährigen gelang es keinem einzigen Kind, den Brustkorb der Puppe bis zur empfohlenen Tiefe von 38 bis 51 Millimetern zu komprimieren. In der Altersgruppe der Elf- bis Zwölfjährigen erreichten dies 19 Prozent und fast die Hälfte (45 Prozent) in der Altersgruppe 13 bis 14 Jahre hatte die nötige Kraft dazu. Dies entspricht etwa dem Prozentsatz, in dem Erwachsene dazu in der Lage sind, einen Brustkorb ausreichend zu komprimieren. Letztlich war das Gewicht des Kindes wichtiger für die Frage, ob es richtig wiederbeleben konnte, als seine Größe.

Völlig unabhängig vom Alter war dagegen die Fähigkeit, den richtigen Rhythmus bei der Wiederbelebung einzuhalten und die Hände richtig auf den Brustkorb aufzusetzen. Die Basistechnik der Herz-Lungen-Wiederbelebung können also schon jüngere Kinder erlernen, auch wenn sie körperlich dazu noch nicht in der Lage sind.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2007, Vol. 334, S. 1201