Viele Jugendliche betrachten Koffein als einen natürlichen Nahrungsstoff. Darum halten sie diese Substanz auch häufig für harmlos und wollen die schädlichen Folgen nicht sehen – bis sie selbst an einer Überdosierung leiden. Diese Erfahrung machen jedenfalls immer mehr US-amerikanische Notfallmediziner, wie jetzt beim Jahreskongress des „American College of Emergency Medicine (ACEP)“ bekannt wurde.

In einer Studie untersuchten Mediziner 265 junge Menschen, die wegen einer Koffeinüberdosierung die Giftambulanz eines Krankenhauses in Chicago aufsuchen mussten. 31 von ihnen hatten so schwerer Symptome dass sie stationär aufgenommen wurden. In acht Fällen trat die Koffeinüberdosierung in Zusammenhang mit anderen Drogen auf.

Gefährlich ist die Koffeinüberdosierung auch deshalb, weil die Beschwerden oft jenen einer Metamphetaminintoxikation ähneln und daher Ärzte auf die falsche Fährte gebracht werden können: Es kann zu Tachykardie, Brustschmerzen, Palpitationen, Angstbeschwerden oder Nausea kommen. Bei ernsten Überdosierungen sind nicht selten Herzschäden die Folge.

Vor diesem Hintergrund mahnen die amerikanischen Notfallmediziner, bei Jugendlichen mit offensichtlichem Drogenmissbrauch auch nach Koffeineinnahme zu fahnden.

Das Problem dürfte sich in Zukunft noch verstärken, da immer mehr stark koffeinhaltige Getränke auf den umkämpften Markt drängen und mit teilweise aggressiver Werbung ihre angeblich unschädlichen Wachmacherfähigkeiten bei der jugendlichen Klientel anpreisen.

MEDICA.de; Quelle: American College of Emergency Medicine (ACEP) 37th Annual Scientific Assembly