"Heute muss kein Neugeborenes mehr sterben, bei dem die Nierenfunktion ausfällt - dies war vor wenigen Jahren noch anders", sagt Professorin Dr. Gisela Offner anlässlich der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Nephrologie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

Dank der modernen Medizin sei auch das Einpflanzen einer Erwachsenenniere ab dem sechsten Lebensmonat bei einem Säugling möglich, sagte Offner.

ies stelle den Transplantationschirurgen, den Anästhesisten bei der Operation und den Intensivmediziner nach dem Eingriff vor enorme Herausforderungen: "Bei einem so jungen Kind beansprucht die große Niere rund ein Drittel des Blutkreislaufs. Mittlerweile konnten wir 80 Kinder unter 15 Jahren mit einer Spenderniere versorgen, meist von einem Erwachsenen gespendet. Wir sind damit das größte deutsche Zentrum für diese Therapie", so Professorin Offner.

Genauso wichtig wie die Erfolge in der Transplantationsmedizin seien die Fortschritte in der Dialyse. "Erst in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war es möglich, kleine Kinder mit einem Nierenversagen durch die Peritonealdialyse am Leben zu halten.

Heute können wir dank Spezialverfahren sogar bestimmte Antikörper aus dem Blut waschen, so dass eine Organtransplantation bei einer Blutgruppen-Unverträglichkeit zwischen Spender und Empfänger möglich ist", sagte Offner.

Dieses Verfahren bei der so genannten AB0-Inkompatibilität war im September 2004 weltweit zum zweiten Mal einem interdisziplinären MHH-Team gelungen: Ein achtjähriges Mädchen erhielt die Niere ihres Vaters, obwohl beide unterschiedliche und nicht verträgliche Blutgruppen haben. Dem Mädchen und ihrem Vater ginge es nach wie vor gut, so die Nephrologin.

MEDICA.de; Quelle: Medizinische Hochschule Hannover