Auch Passivrauchen erhöht Zervixkarzinomrisiko

Durch eine weitere Studie belegt:
Rauchen schädigt die Mitmenschen
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Aktives Rauchen wird schon seit langem mit einem erhöhten Risiko für Zervixkarzinome in Verbindung gebracht. Schuld daran sind wahrscheinlich die N-Nitrosamine des Tabaks und ein verändertes Zytokinprofil der Zervix in Verbindung mit einer verminderten Immunkompetenz in Folge eines Nikotinabusus. Passivrauchen könnte demnach theoretisch ebenfalls das Zervixkarzinomrisiko erhöhen. Prospektive Studien haben in dieser Frage bislang aber keine eindeutige Antwort erbracht.

Nun kommen neue Daten von einer großen Studie, die bereits im Jahre 1963 begonnen wurde. Damals befragte man 24.792 Haushalte im US-Bundesstaat Washington County, Maryland, und wiederholte diese Befragung im Jahre 1975 in 26.381 Haushalten. Unter Berücksichtigung des Washington County Cancer Registry untersuchten die Wissenschaftler darauf hin, wie sich die Inzidenz des Zervixkarzinoms in den Jahren 1963 bis 1978 und 1975 bis 1994 in den untersuchten Kohorten entwickelte.

Wie sich zeigte, lag das relative Risiko, an einem Zervixkarzinom zu erkranken, für eine aktive Raucherin im Jahre 1963 bei 2.6. Für eine Passivraucherin nur wenig niedriger bei 2.1. Die Daten für 1975: 1.7 beziehungsweise 1.4, jeweils im Vergleich mit Frauen, die weder aktiv noch passiv Zigarettenrauch ausgesetzt waren.

Bei jenen Frauen, die passiv rauchen mussten, war es unerheblich, ob diese Belastung vom Partner oder einem anderen Mitglied des Haushalts kam. Ehemalige Raucherinnen haben übrigens kein erhöhtes Zervixkarzinomrisiko mehr.

Warum das relative Risiko für diese Art von Karzinom im Jahre 1963 sowohl bei den aktiven wie auch passiven Raucherinnen höher lag als 1975, kann diese Studie leider nicht erklären. Immerhin, so die Studienautoren, scheint nun endgültig bewiesen, dass Tabak auch passiv "genossen" das Risiko eines Zervixkarzinoms signifikant erhöht.

MEDICA.de; Quelle: Obstetrics & Gynecology 2005, Vol. 105, S. 174-181