Die Ergebnisse der "Adenomatous Polyp Prevention on Vioxx (APPROVe)"-Studie haben zur Rücknahme des selektiven Cyclooxygenase-2-Hemmers Rofecoxib geführt, da er das kardiovaskuläre Risiko erhöhte. Auch der Wirkstoff Celecoxib war in Folge der "Adenoma Prevention with Celecoxib (APC)"-Studie ins Gespräch gekommen. Nun gibt es Daten, die zeigen, dass es möglicherweise tatsächlich einen Klasseneffekt gibt: Valdecoxib und Parecoxib sind ebenfalls mit Vorsicht zu genießen.

Wissenschaftler vom Texas Heart Institute at St. Luke's Episcopal Hospital in Houston, Texas, UA, haben in einer doppel-blinden Studie 1.671 Patienten nach einem Bypass der Koronararterien (coronary artery bypass graft: CABG) zur Schmerzstillung randomisiert drei Tage lang intravenös mit Parecoxib und darauf folgend oral mit Valdecoxib für weitere sieben Tage, intravenösem Placebo gefolgt von oralem Valdecoxib oder zehn Tage Placebo behandelt.

Im Vergleich zur Nur-Placebo-Gruppe traten während des follow-up von 30 Tagen bei Patienten der beiden anderen Studienarme signifikant häufiger kardiovaskuläre Ereignisse oder Nierendysfunktion, gastroduodenale Ulzera oder Wundheilungsstörungen auf (7,4 Prozent in beiden Verumarmen versus 4,0 Prozent in der Placebogruppe; p gleich 0.02). Ein kardiovaskuläres Ereignis wie Myokardinfarkt, Schlaganfall oder Lungenembolie trat unter Valdecoxib und Parecoxib in 2,0 Prozent der Fälle auf, unter Placebo nur bei 0,5 Prozent der Patienten (p gleich 0.03).

Dieses Ergebnis erfüllt die Studienautoren nach eigenen Worten mit Sorgen. Sie empfehlen, Patienten nach CABG keine selektiven COX-2-Hemmer zu verabreichen. Experten gehen nun zunehmend davon aus, dass es sich bei der Erhöhung des kardiovaskulären Risiko um einen Klasseneffekt dieser Wirkstoffgruppe handelt.

MEDICA.de; Quelle: New England Journal of Medicine 2005, Early Release