Mehr als 60 Prozent jener Männer, deren PSA-Wert im fünften Lebensjahrzehnt bei den oberen 20 Prozent liegt, erkranken im Laufe ihres weiteren Lebens an einem fortgeschrittenen Prostatakarzinom mit Knochenmetastasen oder im Stadium T3.

Schwedische Wissenschaftler wollten jetzt noch genauer wissen, ob man bereits bei jüngeren Männern das Risiko eines Prostatakarzinoms vorhersagen kann. Retrospektiv analysierten sie die Daten von 21.277 schwedischen Männern. Bei allen waren zwischen 1974 und 1986 die PSA-Werte gemessen worden. Da waren sie im Alter von 33 bis 50 Jahren. 498 (2.3 Prozent) dieser Männer erkrankten bis Dezember 1999 an einem Prostatakarzinom, in 161 Fällen handelte s sich um ein fortgeschrittenes Karzinom. Die Patienten wurden dann mit 436 Männern verglichen, die gesund geblieben waren.

Bereits zu Beginn der Studie unterschieden sich die PSA-Werte jener Männer, die später erkrankten, signifikant von den PSA-Werten prostatakarzinom-freier Männer: so lag das freie PSA bei durchschnittlich 0.35 ng/mL bei den später Erkrankten, aber nur bei 0.18 ng/mL bei den Gesundgebliebenen. Ähnlich das Verhältnis beim Gesamt-PSA: 1.22 ng/mL versus 0.54 ng/mL. Der Quotient aus freiem und Gesamt-PSA: 29 versus 33 (p-Wert jeweils kleiner 0.0005).

Den besten Aussagewert hat demnach das Gesamt-PSA. Dieser Wert hat den höchsten Vorhersagewert, gleichgültig, ob sich das Prostatakarzinom bis zu 20 Jahre nach der Erstuntersuchung oder erst mehr als 20 Jahre später einstellte.

Dieses Ergebnis trägt nach Ansicht der Studienleiter dazu bei, den Wert des PSA-Screenings besser zu beurteilen. In vielen Ländern ist dieses Screening umstritten, einige nationale Fachgesellschaften geben keine Empfehlung. Vor dem Hintergrund ihrer Studie empfehlen die schwedischen Autoren aber ganz klar, auch bei jüngeren Männern bereits den PSA-Wert zu messen, um das Risiko eines Prostatakarzinoms besser einschätzen zu können.

MEDICA.de; Quelle: American Urological Association 2007 Annual Meeting Abstract 1876