Gelegentlich haben Ärzte Bedenken, Patienten mit rheumatoider Arthritis gegen Influenza zu impfen. Die Befürchtungen gehen einerseits dahin, dass die Impfung die rheumatoide Arthritis verschlimmern könnte. Zum anderen gibt es Bedenken, dass die Immunantwort bei Rheumatikern unter Umständen weniger stark und dann nicht ausreichend sein könnte. Außerdem weiß man nicht genau, wie antirheumatische Wirkstoffe, etwa das Methotrexat und TNF-Alpha-Blocker, die Impfstoffe beeinflussen.

Dies alles wurde nun in einer Studie untersucht, an der 82 Patienten teilnahmen. Alle litten an einer rheumatoiden Arthritis. 30 gesunde Personen dienten als Kontrollgruppe. Alle Probanden wurden dann mit 0,5 ml einer inaktivierten Influenza-Vakzine geimpft. Zu Beginn der Studie und nach sechs Wochen analysierten die Studienleiter verschiedene laborchemische Parameter.

In beiden Gruppen stiegen die Titer für jedes Antigen innerhalb von sechs Wochen nach der Impfung signifikant an. Bei der Influenza-Variante B/Hong Kong/330/2001 (HK) jedoch war der Titeranstieg deutlich größer in der Gruppe der Kontrollprobanden (p gleich 0.004). Im Vergleich zur Gruppe der Kontrollpersonen war die Zahl der Responder unter den Patienten geringer. Aber nur im Falle der B/Hong Kong/330/2001 (HK)-Variante war dies signifikant. Nahmen die Patienten Prednisolon oder einen Wirkstoff aus der Gruppe der „disease modifying antirheumatic drugs (DMARD)“ ein, so beeinflusste das die Immunantwort in keiner Weise. Sämtliche rheumatischen Beschwerden blieben unverändert. Die Erkrankung verschlimmerte sich durch die Impfung also nicht. In beiden Gruppen traten nur geringe Nebenwirkungen auf wie etwa leichte Infektionen der Atemwege.

MEDICA.de; Quelle: Annals of the Rheumatic Diseases 2006, Vol. 65, S. 191-194