Die minimal-invasive Medizin hat längst viele Bereiche der Chirurgie erobert. Ihre Entwicklung wurde vor allem im Bereich Chirurgie voran getrieben, nicht zuletzt, um die kosmetischen Ergebnisse nach Operationen zu verbessern. Auch nach Schilddrüsenoperationen rückt daher mit der Einführung minimal-invasiver Techniken die langfristige Zufriedenheit der Patienten mit dem kosmetischen Ergebnis in den Vordergrund.

In einer prospektiven Studie der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, HELIOS Klinikum Erfurt GmbH, beantworteten 244 Patienten nach Schilddrüsenresektionen einen Fragebogen zum postoperativen kosmetischen Resultat. 90 Patienten wurden zusätzlich klinisch untersucht.

Die Narbe nach der Operation wurde in über 90 Prozent der Fälle mit "sehr gut" und "gut" beurteilt, wobei Frauen nur tendenziell eine etwas schlechtere Beurteilung abgaben (p gleich 0.06). Über Wundheilungsstörungen berichteten 4,1 Prozent und über eine überschießende Narbenbildung ebenfalls 4,1 Prozent.
Schluckbeschwerden wurden von 7,0 Prozent der Operierten und ein Druckgefühl von 7,8 Prozent angegeben.

Weder die Erkrankung, welche zur Schilddrüsenoperation geführt hatte, noch die Tatsache, ob die Schilddrüse ein- oder beidseitig operiert wurde, spielte bei diesem Ergebnis eine Rolle. Bei der Nachuntersuchung betrug die Narbenlänge durchschnittlich vier Zentimeter (drei bis sieben Zentimeter) und die Breite drei (ein bis vier) Millimeter. Die Untersucher beurteilten die Wunden ebenfalls als vorteilhaft, aber schlechter als die Patienten.

Da die Langzeitergebnisse in der sehr überwiegenden Mehrheit so gut bewertet wurden, erscheint es in den Augen der Studienleiter als fraglich, ob MIC-Techniken diese Ergebnisse wesentlich verbessern können.

MEDICA.de: Quelle: Chirurg 2005, Vol. 76, S. 54-57