Auf der Suche nach neuen Therapieansätzen

Das Projekt unter der Leitung von Doktor Donat Kögel untersucht, ob ein gezielt herbeigeführter Zelltod bösartige Hirntumoren beseitigen kann. Genetisch gesteuerte Zelltodprogramme erlauben es jeder Zelle, unter bestimmten Voraussetzungen einen geregelten Selbstmord zu begehen. Durch Vernichtung geschädigter und potentiell gefährlicher Zellen übernimmt dieser programmierte Selbstmord eine wichtige Gesundheitsgewährleistung.

Allerdings können sich bösartige Krebszellen durch die Überproduktion zelleigener Faktoren, die dem Zelltod entgegenwirken, dieser Selbstzerstörung entziehen. Die Projektbeteiligten befassen sich deshalb ganz besonders mit den molekularen Mechanismen, die eine Behandlungsresistenz hervorrufen, um neue zielgerichtete Therapien zu entwickeln.

Die Zelltodresistenz bösartiger Gehirntumoren stellt eines der größten Hindernisse für eine erfolgreiche Behandlung dar. "Diese Tumoren enthalten außerdem so genannte Tumorstammzellen, die eine besonders hohe Therapieresistenz aufweisen. Das spielt wahrscheinlich eine fundamentale Rolle für die Wiederkehr der Tumoren nach operativer Entfernung, Chemo- und Radiotherapie", erklärt Kögel.

Therapeutische Zielstrukturen, die im Rahmen des Projekts untersucht werden, sind u.a. Mitglieder der so genannten Bcl-2 Familie, eine Gruppe von Eiweißen, die zentrale Regulatoren des programmierten Zelltodes darstellen und in bösartigen Hirntumoren und in Tumorstammzellen in hohem Ausmaß produziert werden. Die Aktivierung des programmierten Zelltodes durch die Blockade von Mitgliedern der Bcl-2 Familie ist den Forschern zufolge ein hoffnungsvoller Ansatz bei der Behandlung von bösartigen Tumoren im Gehirn.

MEDICA.de; Quelle: Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität