Auf die richtige Ernährung kommt es an

Foto: Ältere Frau liegt im Bett

Ältere Menschen auf der Intensiv-
station müssen richtig ernährt
werden; © Picture Disk

Die Patienten einer Intensivstation im Krankenhaus haben im Durchschnitt ein immer höheres Alter und leiden an mehreren Erkrankungen. Grund dafür ist der demographische Wandel. "Wir müssen uns deshalb besser auf diese Entwicklung speziell bei der Betreuung von Patienten auf der Intensivstation einstellen“, sagt Professor Cornel Sieber vom Institut für Biomedizin des Alterns am Universitätsklinikum Nürnberg. "Es gibt für diese Patienten bisher keine individuelle Ernährungstherapie oder Leitlinien, wie eine optimale Ernährung gewährleistet werden kann“, sagt Sieber.

Deshalb fordert er spezifische Leitlinien, die das bisherige geriatrische Wissen speziell auf Intensivpatienten übertragen. In jedem Fall müsse eine sofortige unterstützende Ernährung für Intensivpatienten gewährleistet werden, zum Beispiel durch zusätzliche künstliche Sondennahrung.

Die Zahl der über 65-Jährigen lag 1990 in Deutschland bei rund 15 Prozent der Bevölkerung, das sind etwa 8,7 Millionen Menschen. Durch die steigende Lebenserwartung wird sich die Zahl bis zum Jahr 2050 auf rund 18 Prozent und damit 14,4 Millionen gesteigert haben.

Intensivmedizin ist nur ein Teil der Gesamttherapie und kann nicht heilen. Vielmehr bietet sie kurzfristige Unterstützung, um das Organsystem zu unterstützen, Komplikationen zu vermeiden und den Patienten 24 Stunden engmaschig zu beobachten und zu behandeln. Um aber eine wirkliche Hilfe für den geriatrischen Patienten zu ermöglichen, müssen die Grunderkrankungen geheilt werden.

"Da tritt dann sehr explizit die richtige Ernährung in den Mittelpunkt“, sagt Sieber. Denn Mangelernährung führt bei älteren Menschen häufiger zu Stürzen und anschließend zu weiteren Erkrankungen, weil sie nicht mehr mobil sind.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V.