Probleme gibt es dennoch genug: So ist die Schmerztherapie nach Operationen oder die Behandlung von Tumorschmerzen in den Fallpauschalen ungenügend abgebildet – und wird damit nicht gesondert bezahlt. Klinikambulanzen beklagen Einnahmeausfälle aufgrund des neuen EBM 2000plus und im stationären Bereich würden manche Kliniken nur eine „Schmerztherapie light“ anbieten, kritisieren Experten auf dem 17. Deutschen Schmerztag in Frankfurt.

Der Schmerz wird für Kliniken zu einem wichtigen Thema. Verschiedene Untersuchungen belegen, dass die Schmerzen der Patienten häufig gar nicht oder nur unzureichend dokumentiert werden. Auch um die Therapie ist es nicht gut bestellt: Ein Drittel der Patienten erhält keine oder zu schwache Schmerzmittel, obwohl sie starke Schmerzen haben. Ursache sind beispielsweise Probleme bei den Zuständigkeiten sowie Ausbildungsdefizite von Ärzten und Pflegepersonal.

„Schmerz muss wie Blutdruck und Fieber dokumentiert und adäquat behandelt werden“, erklärt Dr. Reinhard Thoma vom Interdisziplinären Zentrum für Schmerztherapie und Palliativmedizin am Krankenhaus der Missions-Benediktinerinnen von Tutzing. Experten wie Thoma sind davon überzeugt, dass eine gute Schmerztherapie für die Kliniken zu einem wichtigen Marketinginstrument wird: „Ein Zertifikat, das Krankenhäusern eine effektive Schmerztherapie attestiert, kann zu einem entscheidenden Faktor im Wettbewerb unter den Kliniken werden.“

Probleme gibt es noch mit der Abbildung der Akutschmerzbehandlung in den so genannten Fallpauschalen. Nach Operationen ist die Schmerztherapie nicht einzeln kodierbar, sie ist in der Fallpauschale für den Eingriff enthalten. Damit besteht die Gefahr, dass sie nicht mehr durchgeführt wird – aus Kostengründen. »Wir haben inzwischen einen Antrag bei der zuständigen Institution (DIMDI) gestellt, damit dieses Problem hoffentlich gelöst wird«, sagt Thoma.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie e.V.