Aufklärung immens wichtig

Neben dem Alter scheint ein weiterer Faktor die Prognose für Frauen zu verschlechtern. Wie schnell ein Patient nach einem Schlaganfall behandelt wird, ist meist ausschlaggebend für die langfristigen Folgen. Ärzte beobachten häufiger, dass Frauen später in die Klinik kommen als Männer.

Eine mögliche Erklärung ist, dass sie sich eher scheuen, den Notruf zu tätigen oder niemandem "zur Last fallen" möchten. Eine andere, dass sie den Schlaganfall anders als Männer empfinden.

Typische Anzeichen eines Schlaganfalls sind plötzlich eintretende Sehstörungen, Sprach- oder Sprachverständnisstörungen, Lähmungen auf einer Körperseite und Taubheitsgefühle, Schwindel mit Gangunsicherheit und äußerst heftiger, plötzlich auftretender Kopfschmerz. Daneben beschreiben Frauen häufig weniger "klassische" Symptome als Männer, zum Beispiel Gliederschmerzen, Schluckbeschwerden oder Luftnot. Wissenschaftlich belegt sind die Unterschiede in der Symptomatik bisher nicht. Die Beschreibungen vieler Frauen weisen jedoch zumindest auf ein unterschiedliches Empfinden hin.

Für Frauen kann die Aufklärung über die Symptome des Schlaganfalls daher lebenswichtig sein. Dass sie auch wirksam ist, zeigte eine Studie des Kompetenznetzes Schlaganfall in Berlin. Frauen, die schriftliche Informationen über die Symptome des Schlaganfalls erhalten hatten, lasen diese offensichtlich aufmerksam. 27 Prozent von ihnen kamen nach einem Schlaganfall schneller in die Klinik im Vergleich zu Patientinnen, die zuvor keine Information erhalten hatten.

Grundsätzlich gilt: Wer eines oder mehrere der beschriebenen Symptome an sich oder anderen bemerkt, sollte nicht zögern und den Notruf 112 wählen - unabhängig vom Geschlecht.

MEDICA.de; Quelle: Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe